07.02.2008 - 20:56       Geschrieben von Hanspeda

Urlaub startet im Internet


Gestern Abend bin ich über eine interessante Studie von Google UK und Comscore gestolpert. Die beiden Unternehmen analysierten im ersten Quartal 2007 das Buchungsverhalten der Briten. 20 Millionen Briten suchten in den ersten 4 Monaten im Jahre 2007 nach Reiseinfos.

Dabei fand man heraus, daß es durchschnittlich 1 Monat (!) dauert von der ersten reisebezogenen Suche bis hin zur Buchung. Während der Zeit benutzten die Urlauber durchschnittlich 12 Mal die Suchmaschinen und surften dabei auf 22 verschiedenen Webseiten. Diese Tatsache unterstreicht den Konkurrenzkampf welchen sich jeder Gastwirt im Internet stellen muß. Die Seiten auf denen man den Urlaub gebucht hat wurden 2,5 mal besucht.


Für das Suchmaschinenmarkeint ist folgender Aspekt interessant.
54 Prozent der Nutzer starten ihre Suche mit sehr allgemeinen Begriffen, zum Beispiel dem Zielort wie Südtirol. Danach wird die Suche eingeschränkt und nach Vorlieben zusammengestellt. Auch Markennamen (z.B. Touroperator) spielen eine gewisse Rolle. 29 Prozent, die die Suche ohne einen Markennamen beginnen beenden den Prozess mit der Eingabe einer Marke.

Nun kurz zur Erhebung. Es wurden zwölf Wochen 20.000 Nutzer des Media-Metrix-Panels betrachtet. Das Media-Metrix-Panels ermittelt per Internet Reiseinformationen. Die von Google beauftragte Studie betrachtet auch die Nutzung der Suchmaschinen MSN, Yahoo, AOL und Ask.

Fazit: Die Studie ist nun nicht 1:1 auf Südtirol übertragbar. Touroperator sind bei uns keineswegs so verstreut. Aber das Suchverhalten der Briten dürfte dem der Deutschen ähneln. Also Internet ist nicht nur ein kurzfristiger Buchungskanal.  Der Urlauber setzt sich schon lange Zeit vorher mit der Destination auseinander und bucht dann kurz vor Reisebeginn. Also an alle Gastwirte! Sollten Sie im März noch Betten frei haben denken Sie jetzt schon an Ihre Werbung





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  1. Herbert  09.02.2008 - 11:19

    … und genau aus diesem Grund halte ich recht wenig von den hochgelobten Tracking- und Analyseprogrammen: die Statistik zeigt mir an, dass User X aus XY über den Suchbegriff XYZ auf meine Seite gekommen ist und über 4 Unterseiten zum Buchungsformular angelangt ist, vo wo aus er eine Anfrage gestellt hat.

    Die Statistik verrät aber nicht, dass User X auf seinem Firmen-PC meine Homepage bereits 5 mal besucht hat, ebenso die Internetseiten von mindestens 10 Mitbewerbern. Ausserdem hat er die Links per Mail an seine Freundin (in Ihrem Büro) weitergeleitet; auch sie hat sich mehrmals durch das gesamte Angebot gewühlt … und zuhause am Familienrechner hat man dann nach reiflicher Überlegung eine Urlaubsentscheidung getroffen.



  2. Die Hedwigs aus Badenweiler  11.02.2008 - 12:40

    @ Verfasser: Danke, ein sehr interessantes Ergebnis. Der Verdacht liegt natürlich nahe, dass gerade für kleine Anbieter ein Rennen bei übergeordneten Begriffen recht aussichtslos ist.

    @ Herbert: Gut, aber das Analyseprogramm hilft mir, überhaupt erst einmal zu sehen, wer kommt. Es gibt viele Anbieter, gerade von kleinen und mittelgroßen Unternehmen, die sich darüber noch zuwenig Gedanken machen.

    Auch wenn es blöd klingt, am besten ist immer noch: den Gast (wenn er oder sie denn dann gekommen ist) fragen. Entweder im persönlichen Gespräch, oder durch einen kleinen Fragebogen (Zimmerbewertung etc.). Die meisten Leute erinnern sich noch erstaunlich gut, wie sie auf die Seite gestoßen sind. Gut, das ist keine Strategie für Unterkünfte mit 50+ Betten… aber für alle darunter sollte so ein “mündliches Analysetool” schon zu händeln sein :-)



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