28.02.2012 - 9:26       Geschrieben von Hanspeda

Revenuemanagment in der Hotellerie


Auslastungen sind nicht mehr absehbar – angesichts dieser Erkenntnis waren die strategischen Köpfe in den Kronplatz-Resort Hotels Berghotel Zirm und Hotel Kristall mit der Frage der Preisberechnung für ein weiteres Jahr 2011/2012 überfragt. Ein marktgerechtes Pricing für Monate im Voraus zu machen, ist tatsächlich mittlerweile unmöglich. Zu viele externe Einflüsse, natürlicher aber auch wirtschaftlicher und politischer Natur beeinflussen das Buchungsverhalten der Kunden, sowie deren Wahl der Destination. Das Ziel der flexiblen Preisgestaltung war bald klar, der Weg dorthin aber ein wohl überlegter.

Gerd Altmann  / pixelio.de

Monatelang beschäftigte man sich mit dem Thema. Wir haben uns bei Kollegen im Ausland, die dies bereits umgesetzt hatten, Erfahrungswerte geholt, und unzählige Hochrechnungen angestellt. Endlich stand die Entscheidung fest und voller Überzeugung galt es nun auch noch die marktführende Softwarefirma in Südtirol von der technischen Umsetzung des Vorhabens zu überzeugen. Schon nach ein paar Wochen hatten wir eine Lösung, welche nun allen Südtiroler Gastwirten zu Verfügung steht . Um das Konzept sattelfest zu machen, standen noch einige Preisdefinitionstagungen, sowie Mitarbeitertrainings an um das notwendige Verständnis und die dazugehörige Überzeugung intern zu schaffen. Ein weiterer Baustein war die Preisübermittlung an OTA’s. Auch hier haben wir tolle Partner gefunden, welche uns eine individuelle Lösung geliefert haben. Unsere flexiblen Preise werden nun stündlich an booking.com etc. übermittelt.

Erste Hochrechnungen nach 3 Monaten Anwendung (Dezember, Januar, Februar) sprechen für diesen mutigen Schritt:

Trotz eines Nächtigungsminus in den Monaten Dezember 2011 und Januar 2012 gelang es den Umsatz des vorhergehenden Jahres zu halten, bzw. zu steigern. Eine Steigerung des Durchschnittspreises um 5,50 – 5,80 % im Dezember und 4,30 – 6,90% im Januar, sowie ein Nächtigungsplus und Preissteigerung im Februar ergeben eine stattliche Preissteigerung zwischen 17 – 19,80%.

Wo bleibt nun die Win-Situation für den Gast?

Der Preis steigt mit der Auslastung, wodurch sich einige Frühbucher je nach Zeitraum sogar über einen geringeren Preis als im Vorjahr freuen durften. Kurzentschlossene hatten hingegen mit einem im Verhältnis höheren Preis zu rechnen. Jeder erhält jedoch zum Zeitpunkt der Anfrage den besten verfügbaren Preis, den wir für 3 Tage für den Gast halten, bzw. einfrieren.
Die Last Minute Strategie, die in der Ferienhotellerie oft zu Unmut führt, da sich die Gäste unterhalten und austauschen, wurde endgültig über Bord geworfen. Die Kunden loben unsere Strategie in Bezug auf das heikle Thema Preis durch die Bank und somit gibt der Erfolg auf beiden Seiten Recht!

Agieren statt reagieren heißt die Devise!

Hans-Peter Schraffl
webSuccess – Internet & Marketing





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  1. Hans Girtler  28.02.2012 - 10:03

    Keine schlechte Strategie, das muss man sagen. Ich wünsche diesen Hotels auch weiterhin viel Erfolg.



  2. benno  28.02.2012 - 14:28

    Als ich in der Schweiz gearbeitet hatte war dort der Renner unter den Bartypen die “Börsen-Bar”.
    Angelehnt an das Börsen-System wurden die Preise der Getränke berechnet. Dabei kam es auch zu den “Börsen-Crash” wo gewisse Produktgruppen verramscht wurden.
    Für den Bar-Betreiber zahlte es sich immer aus, da bei geringeren Preisen das Bestellvolumen stieg.
    Voraussetzung für solch ein System ist natürlich ein computerisiertes Bestellsystem und wie oben beschrieben, ist solch eine Preiskalkulation auch in der Hotellerie anwendbar. Wichtig ist dabei immer zu wissen was mich ein Produkt kostet und welchen Mindest- bzw. Höchstpreis ein Gast bereit ist zu zahlen. Dieses Wissen gilt dann auch den potentiellen Kunden zu vermitteln eben über OTA´s wie z.B. mit BOOK+.



  3. Hans-Peter  28.02.2012 - 16:05

    vielleicht noch zu erwähnen:
    Vor der Saison wird ein Fixpreis festgelegt (welcher für die Hochsaison außer Kraft gesetzt wird, bzw. anders festgelegt wird). Ausgehend von diesem Fixpreis kann der Preis nur noch steigen, je nach Auslastung…



  4. Klaus  01.03.2012 - 15:41

    Hallo Hans-Peter,
    das finde ich eine tolle Strategie, wollten es bei uns im Haus 2008 umsetzen, haben dabei allerdings die technischen Hürden nicht überwunden und haben uns ganz einfach nicht drüber getraut.
    Kompliment
    Klaus



  5. Hans-Peter  01.03.2012 - 16:18

    Asa hat hier den Grundstein gelegt. 2008 war vielleicht die Technik nicht so weit.

    Fals du noch interessiert bist – kann dir gerne ein paar Tipps geben… Schreib mich einfach an…



  6. Klaus  01.03.2012 - 16:31

    Gerne.



  7. Revenue-Management in der Ferienhotellerie zeigt seinen Erfolg | Rotstift  06.03.2012 - 17:21

    [...] Unser nächstes Projekt zum Thema Revenue-Management  war in Südtirol. Die Kronplatz-Resort-Hotels Berghotel Zirm und Hotel Kristall in Südtirol haben das Ziel der flexiblen Preisgestaltung bereits für den Winter 2011/12 angestrebt. Der Kontakt zu dem erfolgreichen Hotelier im Allgäu war schnell hergestellt und die Südtiroler Hoteliers konnten sich bei Ihrem Kollegen von der erfolgreichen Umsetzung vor Ort überzeugen. Ein Gespräch mit Hotelier, dem Rezeptions- und Reservierungsteam machte Mut und bereits im heurigen Winter 2011/12 wurden die Preise im Berghotel Zirm und im Hotel Kristall flexibel. Das Ergebnis zeigt bereits jetzt schon, dass trotz eines Nächtigungsminus im Dezember 2011 und Jänner 2012, der Umsatz gehalten bzw. sogar gesteigert wurde. Den Erfolgsbericht dazu erhalten Sie im  Blogpost von Evelin und Hans-Peter Schraffl. [...]



  8. Daniel  13.03.2012 - 11:55

    Sehr gut! Der Tourismus ist unser wichtigstes Gut, zumindest in den Alpen, und jeder Gewinn ist für uns alle von Vorteil. TOP!



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