Joe Buhler hat in einem seiner letzten Artikel ein interessantes Thema angesprochen (Astoß gab eine jüngst veröffentlichte Studie von YouGov): Viele Tourismusportale sind im Bezug auf die Conversion nicht gerade gut aufgestellt! Zwar wird das Internet nach wie vor von immer mehr Menschen zur Urlaubsplanung bzw. zur Recherche im Hinblick auf potentielle Urlaubsorte genutzt, dennoch buchen letzten Endes immer noch (zu) viele im Reisebüro oder über verschiedene Agenturen. Die Tourismusportale in Südtirol sind von diesem Problem nicht ausgeschlossen! Zwar verzeichnen alle hohe Besucherzahlen, doch liese sich die effektive Buchungszahl durchaus noch wesentlich erhöhen! Zurückführen lässt sich dieses Problem auf eine häufig enttäuschende Customer Experience auf den Urlaubsportalen.Es gibt zahlreich Seiten, welche immer andere z. T. erstaunlich attraktiv gestaltete Web2.0-Tools einbinden oder auch NUR aus diesen bestehen, doch was bringt dem Kunden eine perfekt attraktiv gestaltete Website mit den tollsten Applikationen, wenn dann letztendlich zur Buchung beispielsweise des Hotels wieder ein anderes Portal besucht werden muss (jüngstes Beispiel: www.trivop.com) Dann muss noch zur Buchung des Fluges eine Seite besucht werden, man braucht einen Mietwagen oder ein Zugticket- wieder andere Seite – möchte am Abend der Ankunft gut essen gehen – wieder andere Seite… und so weiter und so weiter… für jede Buchung beginnt für den Kunden die Suche immer wieder von vorne!
Das was der Kunde wirklich braucht ist eine one-stop shopping experience für das komplette Urlaubspaket!
Der Kunde besucht also im Idealfall EIN Portal und bucht seinen kompletten Urlaub über dieses eine Portal anstatt sich stundenlang mühselig durch X Webseiten wühlen zu müssen. Wahrscheinlich wird diese Entwicklung in den kommenden Jahren Einzug halten, wenn sich schlaue Köpfe im Hintergrund viele Gedanken und Arbeit machen, damit der Kunde dafür umso schneller und einfacher in einem Zug an all die gewünschten Produkte kommt! Einer der Referenten am OMF in München schrieb im letzten Jahr eine ähnliche Rolle der Suchmaschine Goolge zu: Man würde in naher Zukunft in das Suchfeld einfach nur noch eingeben “Kurzurlaub in Paris” und automatisch würde Google Vorschläge sowohl zur Buchung des Hotels (aufgrund des Nutzungsverhaltens in Goolge sogar für Hotels, welche die persönlichen Vorlieben erfüllen), als auch bereits automatisch zu den Zubringungsmöglichkeiten (aktueller Standort errechnet aus IP) zum Fluhafen bzw. für die optimalen Flüge an sich unterbreiten.
Manche würden dies dann sicherlich Web3.0 nennen, Tatsache ist, dass durch diese Entwicklungen die Conversions neue Höhen erreichen werden, egal ob die Dienste von Google oder von den Portalen selbst angeboten werden. Das letzte was der Kunde braucht ist noch ein Portal wie tausend andere! Anstatt sich also mit “kosmetischen” Verschönerungen und auf unseren Portalen zu beschäftigen und Incrementalinnovation zu verfolgen, sollten wir in Südtirol schon mal etwas weiterdenken und erste mögliche Szenarien zur Umsetzung dieser “(Noch-) Zukunftsphantasien” durchgehen, denn: die Conversion ist es, was zählt, nicht die Besucher allein!


