Im Rahmen unserer derzeitigen Beratungstätigkeit für die Provinz Trentino im Bereich Social Media Marketing haben wir eine kleine Recherche über Best-Practice-Beispiele durchgeführt und doch große Qualitätsunterschiede festgestellt. In diesem Beitrag will ich besonders auf Destination bzw. Airlines und deren Marketing-Aktivitäten auf Facebook eingehen. Facebook-Marketing für Hotels ist wieder sehr unterschiedlich und wurde bereits im früheren Beitrag von mir „Tourismus Web 2.0“ behandelt.
Destinationen
Gehen wir zunächst etwas genauer auf Destinationen ein. Über ein Land gibt es immer viel zu erzählen, zu zeigen und zu entdecken. Das sind beste Voraussetzungen für eine gelungene Facebook – Präsentierung, denn das wichtigste ist Content. Guter Content. Wird dafür gesorgt und sieht der Fan einen Nutzen in den erhaltenen Informationen funktioniert das Vorhaben. Neben gutem Inhalt hat mit Sicherheit auch die Gestaltung der Fanseite einen großen Einfluss auf Zufriedenheit und Conversions. Wir befinden uns in einem Netzwerk und haben natürlich keine vollen gestalterischen Möglichkeiten. Trotzdem: Mit Static FBML lassen sich leere Reiter und Felder mit HTML etc. bearbeiten und können dem Nutzer somit eine Landingpage mit allen wichtigen Informationen und großen Bildern anzeigen. Was genau kommt auf eine solche Seite? Was macht Sinn? In unseren Best Practice – Recherchen haben wir genau das untersucht.
Gestaltung der Landingpage
Auch tourismuszukunft hat sich mit dem Thema “Aufbau der Landing-Page” befasst und eine Standard-Seite für Kundenaufträge erstellt. Ausführliche Tests und die Sammlung zahlreicher Erfahrungen bringen sie zum Schluss, dass die Funktionen Kontaktvisualisierung, Buchung/Vertrieb und Echtzeitinhalte die drei wichtigsten auf der Landingpage sind. Dem würde ich eigentlich zustimmen, gäbe es nicht zahlreiche Aufschreie in den Kommentaren, dass ein Buchungs-Formular zu viel des Guten und somit fehl am Platz ist. Stimmt eigentlich, die Breite der verfügbaren Fläche wird voraussichtlich Mitte Juli von 760 Pixel auf 520 Pixel Breite verkleinert, da wird die Fläche schon rar und es macht Sinn, die Landingpage möglichst einfach zu halten.
Sehr gut gestaltet wurde meiner Meinung nach die Landingpage der Destination Montafon. Zwar fehlt die Funktion Kontaktvisualisierung und somit die Vorstellung eines persönlichen Ansprechpartners, jedoch hat keine andere Destination in meiner Recherche so viel Wert in die Vorstellung der verschiedenen Social-Media-Aktivitäten gelegt. Auch das Hintergrundbild, die schöne Winterlandschaft, sollte so bald als möglich geändert werden. Die Umstellung auf die kleinere Breite von 520 Pixel wird für die Fanseite auch kein Problem darstellen, denn meiner Einschätzung nach verschwindet dann das Buchungsformular und die Wettervorhersage wird einfach weiter nach links geschoben.

Fassen wir zusammen, auf einer mit Static FBML gestalteten Landingpage ist wichtig, Persönlichkeit und Authentizität auszustrahlen. Mehr Nähe zum Gast anstatt großes Marketing-Gesülze = besseres Marketing. “Ein Bild sagt mehr als tausend Worte” … deshalb ist es wichtig, die Destination mit einem großen Bild im Hintergrund darzustellen. YouTube Channel, flickr Kanal, twitter Account? Unbedingt vorstellen! Auch Wetter-Informationen, aktuelle Angebote und Veranstaltungen stoppen den Informations-Durst des Besuchers und er ist zufrieden.
Inhalte auf der Pinnwand
Erfolgreiche Bildserien:
Wie erstelle ich Inhalte, ohne dem Benutzer zu lästig zu werden? Die Destination Bayern zeigt wie’s geht. Täglich werden aktuelle Fotos aus jedem Teil Bayerns hochgeladen und nach dem selbsen “Ich mag an Bayern:…” – Prinzip beschriftet.
„ Ich mag an Bayern: Dass der Regen sich die Woche endlich verzupft und wir nicht länger die Köpfe hängen lassen müssen…;-) Vorfreudige Grüße aus dem Dachauer Hinterland!“ Quelle
Fazit: funktioniert. Die Fanseite erhält gutes Feedback, nette Kommentare und zahlreiche “gefällt mir”. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen dass 60-80 “gefällt mir”, bei einer Fanseite mit ca. 6000 Fans eine ganze Menge ist.
Blogeinträge veröffentlichen:
Es gibt zahlreiche Applikationen, welche das automatisierte Veröffentlichen der eigenen Blogbeiträge über Facebook ermöglichen. Für wirklich gut halte ich NetworkedBlogs. Sehr zuverlässige Applikation und ermöglicht durch interne Bewertungen dass sehr beliebte Beiträge allen Besuchern der Applikation auf einer Art Rangliste angezeigt werden. Dadurch kann neuer Traffic und somit neue Interessenten gewonnen werden. Warum also andere Applikationen verwenden, wenn man mit NetworkedBlogs weitere Vorteile dazu geschenkt bekommt.
Weitere Aktivitäten:
Selbstverständlich sollten Veranstaltungen unbedingt promoted werden und die Einbindung der YouTube Applikation, sowie der flickr Applikation vorgenommen werden. Besonders beliebt sind auch Sonderaktionen speziell für Facebook-Fans, exklusive Informationen, Einblicke usw. Kreativität ist gefragt! Das wichtigste überhaupt ist aber wie bereits gesagt die Kommunikation! Es muss unbedingt auf Fragen der Fans eingegangen werden, ansonsten kann der Schuss leicht nach hinten los gehen.
Airlines
In den Recherchen wurden natürlich auch Airlines analysiert. In diesen Recherchen bin ich auf den Beitrag von Thomas Hutter, wo er Best Practice Beispiele von Airlines auf Facebook listet, kritisiert und lobt. Beeindruckt hat mich die Zahl der Fans bei Southwest Airlines (824.990 gefällt das). Eine große Interaktion, die Möglichkeit Postkarten zu verschicken, ständige Meinungsumfragen usw. haben das Unternehmen belohnt und somit erhalten sie nun täglich gutes Feedback.
American Airlines bietet seinen Fans die Möglichkeit, vor dem Flug zu checken, ob dieser auch über Wi-Fi verfügt. Sehr tolles Feature und gibt der Fanseite einen ganz neuen Wert bzw. Nutzen.
Etwas überrascht war ich nach meinen weiteren Recherchen über Lufthansa, welche ich bisher gut in Erinnerung hatte, was Social Media – Aktivitäten anbelangt. Sie zwingen einen Besucher zum “gefällt mir”, will er ein Video auf der Fanseite sehen. Sowas ist neben den sehr guten Pinnwand – Aktivitäten und ansonsten gut gestalteten Reitern ein Schritt zurück und kein richtiges Social Media.
Beitrag von Martin Tauber



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