06.07.2009 - 11:27       Geschrieben von Michi

Anleitung zum Hotelblog schreiben


Endalive hat letzte Woche eine aktuelle Empfehlungsliste gepostet, wie man am besten Blogposts schreibt. Immer mehr Hotels legen sich in letzter Zeit einen Blog zu. Einmal wahrscheinlich um ihren Gästen einfach und ohne viel Tamtam Neues mitzuteilen, was in einer statischen Website recht schwierig ist und einmal um mit den Gästen sozusagen eine Beziehung aufzubauen.

Die Empfehlungen, die Endalive gepostet hat, betreffen hauptsächlich die Form, also dass man zum Beispiel Kategorienamen mit Bedacht wählen soll oder wann man Posts veröffentlichen soll. Über den Inhalt von Posts sagt die Liste von Tim Ferris wenig. Ist auch schwierig, schließlich gibt es Blogs zu allen möglichen und unmöglichen Themenbereichen.

Tipps aus inhaltlicher Sicht

Betrachten wir aber touristische Hotelblogs, und die Tendenz dahin gehend ist in Südtirol doch zu beobachten, kann ich vielleicht ein paar Tipps aus inhaltlicher Sicht geben.

Fangen wir beim Thema an: Was interessiert meine Leser? Das ist neben der Frage: Wer sind meine Leser? wohl die wichtigste Frage. Auf Ihren Blog kommen sowohl Erstbesucher als auch “Stammleser”. Alle beide interessieren sich für Ihr Angebot und für das Drumherum.

Tipp: Konkret heißt das: wenn Sie täglich Biketouren anbieten, dann schreiben Sie darüber. Haben Sie einen tollen Veranstaltungstipp, dann schreiben Sie auch darüber. Stammgast oder nicht möchte wissen was Sie bieten, wer Sie sind und was man bei Ihnen nicht nur im Hotel so alles machen kann. Bei der Themensuche können Gästefragen helfen: Wie ist das Wetter Ende September? Wann ist die Törggelensaison? Wann öffnen die Skilifte? Holen Sie mich ab, wenn ich mit dem Zug anreise? Das ist es was Leser interessiert!

Der Titel: Der Titel dient zum Leseeinstieg. Spricht mich der nicht an, les ich den Text nicht. Also ruhig in die Kreativkiste greifen und mit Humor arbeiten.

Tipp: Im Titel eines Hotelblog-Posts bitte nicht groß suchmaschinenoptimieren, schließlich geht es nicht ums Ranking, sondern darum eine Beziehung zum Leser herzustellen.

Der Vorspann: Ein Artikel, zumindest ist es im Journalismus so, hat auch einen Vorspann, einen Anreißer, wenn man so will, der kurz wiedergibt um was es im Haupttext geht. Diesen ansprechend zu gestalten und gleichzeitig das Was, Wer, Wo, Wann, Wie und Warum unterzubringen ist nicht einfach.

Tipp: bevor man zum Tippen anfängt, sollte man sich diese Fragen überhaupt erst mal stellen! Der Rest geht dann meistens von allein.

Nun zum Text selber: im Schnitt, finde ich, sollte ein Post schon 1000-1200 Zeichen lang sein. Soviel braucht es einfach um irgendetwas ordentlich mitzuteilen.

Tipp 1: Hat man weniger Text, sollte man Länge simulieren. Vielleicht mit 1 oder 2 Bildern, einem Video oder auch mal eine Aufzählung, die hübsch formatiert ist. Hat man hingegen einen richtig langen Text, und will den Leser trotzdem bei der Stange halten, sollte man sich schon beim Texten bewusst Zwischentitel überlegen und den Text somit einteilen. Jeder Zwischentitel wird zur Überschrift eines „kleineren“ Artikels, der Leser kann sich so einfach besser orientieren.

Tipp 2: Schreib ich zum Beispiel über eine Wanderung mit meinen Gästen, schreib ich zuerst kurz von Was, Wann, Wo, Wer, Wohin, danach einen Textblock über die Wanderung selbst, dann einen Textblock mit der Wegbeschreibung und zuletzt einen Textblock mit einem Bild samt Bildunterschrift.

Kurzum

Auch ein Blogpost sollte eine inhaltliche Form haben. Beachtet man die journalistischen Grundregeln wie die W-Fragen und berücksichtigt man die inhaltlich logische Setzung von Absätzen und Zwischentiteln, hat man die Hauptarbeit schon geleistet.

Zuletzt noch eine Frage: Gibt es eigentlich keine italienischen Hotelblogs in Südtirol? Hab keinen gefunden. Mangelt es an Sprachkenntnissen?





Verwandte Themen:



   Trackback Url     AddThis Social Bookmark Button

  1. Wolfgang  06.07.2009 - 22:00

    Gute Tipps Michi! Allerdings bin ich für eine Einschränkung beim Thema: “wenn ich täglich Biketouren anbiete schreibe ich darüber:
    bitte nicht NUR darüber schreiben, denn dann vergraule ich alle Leser die damit nichts am Hut haben. Ein bunter Mix an Themen die zu meinem Hotel passen finde ich ist ein guter Ausgangspunkt für interessierte Leser.

    Zu den Sprachen: Ich finde bloggen muss “schnell” gehen. Man kann nicht ewig rumübersetzten oder zusehr auf Form und Richtigkeit achten. Dann geht die Flüssigkeit im ganzen verloren und dann klingt der Text schnell so trocken wie eine alte Pflaume….

    Denke aus dem Grund bloggt selten mal jemand in einer Sprache, der er nicht wirklich mächtig ist.



  2. Wie man eine Hotelblog schreibt – eine Anleitung « Blog.Bayern-online.de  07.07.2009 - 8:16

    [...] 7. Juli 2009 von bayernonline http://tr.im/rby5 [...]



  3. michi  07.07.2009 - 8:33

    Hallo Wolfgang! Du hast natürlich recht: ein bunter Mix ist sicher richtig. Und das gilt meiner Meinung auch fürs Schreiben an sich. D.h. einmal aus der Ich-Perspektive schreiben, einmal eher sachlich und distanziert. Auch so bringt man Schwung in einen Blog.



  4. Hanspeda  07.07.2009 - 16:27

    ohne Michi wäre hier gar nichts los ;)

    Der Blog sollte zum zum Online-Magazin für den jeweiligen Ort werden. Also Tipps wo man super essen kann, wohin man wandern soll, was es sonst alles gibt. Natürlich auch Geschichten vom Hotel bzw. von der Gastgeberfamilie…

    und über SEO kann man sich trotzdem Gedanken machen. Die Nischen sind schon mit kleinen SEO-Aktivitäten besetzbar



  5. michi  07.07.2009 - 16:56

    @hanspeda: fürs SEO bist dann du zuständig!



Kommentar hinzufügen