Endalive hat letzte Woche eine aktuelle Empfehlungsliste gepostet, wie man am besten Blogposts schreibt. Immer mehr Hotels legen sich in letzter Zeit einen Blog zu. Einmal wahrscheinlich um ihren Gästen einfach und ohne viel Tamtam Neues mitzuteilen, was in einer statischen Website recht schwierig ist und einmal um mit den Gästen sozusagen eine Beziehung aufzubauen.
Die Empfehlungen, die Endalive gepostet hat, betreffen hauptsächlich die Form, also dass man zum Beispiel Kategorienamen mit Bedacht wählen soll oder wann man Posts veröffentlichen soll. Über den Inhalt von Posts sagt die Liste von Tim Ferris wenig. Ist auch schwierig, schließlich gibt es Blogs zu allen möglichen und unmöglichen Themenbereichen.
Tipps aus inhaltlicher Sicht
Betrachten wir aber touristische Hotelblogs, und die Tendenz dahin gehend ist in Südtirol doch zu beobachten, kann ich vielleicht ein paar Tipps aus inhaltlicher Sicht geben.
Fangen wir beim Thema an: Was interessiert meine Leser? Das ist neben der Frage: Wer sind meine Leser? wohl die wichtigste Frage. Auf Ihren Blog kommen sowohl Erstbesucher als auch “Stammleser”. Alle beide interessieren sich für Ihr Angebot und für das Drumherum.
Tipp: Konkret heißt das: wenn Sie täglich Biketouren anbieten, dann schreiben Sie darüber. Haben Sie einen tollen Veranstaltungstipp, dann schreiben Sie auch darüber. Stammgast oder nicht möchte wissen was Sie bieten, wer Sie sind und was man bei Ihnen nicht nur im Hotel so alles machen kann. Bei der Themensuche können Gästefragen helfen: Wie ist das Wetter Ende September? Wann ist die Törggelensaison? Wann öffnen die Skilifte? Holen Sie mich ab, wenn ich mit dem Zug anreise? Das ist es was Leser interessiert!
Der Titel: Der Titel dient zum Leseeinstieg. Spricht mich der nicht an, les ich den Text nicht. Also ruhig in die Kreativkiste greifen und mit Humor arbeiten.
Tipp: Im Titel eines Hotelblog-Posts bitte nicht groß suchmaschinenoptimieren, schließlich geht es nicht ums Ranking, sondern darum eine Beziehung zum Leser herzustellen.
Der Vorspann: Ein Artikel, zumindest ist es im Journalismus so, hat auch einen Vorspann, einen Anreißer, wenn man so will, der kurz wiedergibt um was es im Haupttext geht. Diesen ansprechend zu gestalten und gleichzeitig das Was, Wer, Wo, Wann, Wie und Warum unterzubringen ist nicht einfach.
Tipp: bevor man zum Tippen anfängt, sollte man sich diese Fragen überhaupt erst mal stellen! Der Rest geht dann meistens von allein.
Nun zum Text selber: im Schnitt, finde ich, sollte ein Post schon 1000-1200 Zeichen lang sein. Soviel braucht es einfach um irgendetwas ordentlich mitzuteilen.
Tipp 1: Hat man weniger Text, sollte man Länge simulieren. Vielleicht mit 1 oder 2 Bildern, einem Video oder auch mal eine Aufzählung, die hübsch formatiert ist. Hat man hingegen einen richtig langen Text, und will den Leser trotzdem bei der Stange halten, sollte man sich schon beim Texten bewusst Zwischentitel überlegen und den Text somit einteilen. Jeder Zwischentitel wird zur Überschrift eines „kleineren“ Artikels, der Leser kann sich so einfach besser orientieren.
Tipp 2: Schreib ich zum Beispiel über eine Wanderung mit meinen Gästen, schreib ich zuerst kurz von Was, Wann, Wo, Wer, Wohin, danach einen Textblock über die Wanderung selbst, dann einen Textblock mit der Wegbeschreibung und zuletzt einen Textblock mit einem Bild samt Bildunterschrift.
Kurzum
Auch ein Blogpost sollte eine inhaltliche Form haben. Beachtet man die journalistischen Grundregeln wie die W-Fragen und berücksichtigt man die inhaltlich logische Setzung von Absätzen und Zwischentiteln, hat man die Hauptarbeit schon geleistet.
Zuletzt noch eine Frage: Gibt es eigentlich keine italienischen Hotelblogs in Südtirol? Hab keinen gefunden. Mangelt es an Sprachkenntnissen?



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