Mehr und mehr höre ich vonseiten Südtiroler Hoteliers, dass ihr Schaffen unattraktiv geworden ist, da am Ende ohnehin nicht allzuviel übrigleibt. Um diesem Problem entgegenzuwirken, bieten sich grundsätzlich zwei Möglichkeiten:
- die Erhöhung der Erträge, unter anderem durch Invesitionen in Vertrieb und Werbung oder
- das Ermitteln von Kostensparpotenzialen und die Optimierung der hotelinternen Prozessen
Wohlgemerkt: Kosten sparen bedeutet in diesem Zusammenhang nicht Abstriche bei der Qualität der eingesetzten Produkte, sondern ein effizienterer Einsatz von Arbeitsmitteln (Personal, Energie, Anlagen etc).
Mehr oder weniger enge Hotelkooperationen bieten eine Möglichkeit, an einer oder gar beiden dargestellten Schrauben zu drehen und so die zukünftigen Herausforderungen in der Hotellerie zu meistern.
Am einfachsten ist die Kooperation in Form einer Angebotsgruppe wie die Belvita Hotels oder die Selected Hotels beispielsweise. Die Betreiber der Angebotsgruppe erhalten einen jährlichen (Marketing)-Beitrag und sind bestrebt diese so effizient wie möglich zu re-investieren, um die Auslastung der eigenen Mitglieder zu steigern. Die Ausstiegsbarrieren und der Eingriff in die hotelinternen Prozesse sind relativ gering. Am anderen Pol der Kooperationsvarianten finden wir das Vermieten/Verpachten des eigenen Betriebes an eine gemeinsame Betreibergesellschaft, die dann die kooperierenden Hotels unter einer Führung betreibt. Zwischen diesen beiden Kooperationsoptionen finden wir eine Vielzahl von Kooperationsformen die je nach Kooperationsmotiven, -bereitschaft und -feldern analysiert werden sollten. Die Stolpersteine einer engen Kooperation sind vielfältig: angefangen von der Ermittlung des Unternehmenswertes, über die neue Rolle der einzelnen Hotelliers in der neuen Kostellation bis hin zum Verteilung der erzielten Synergieeffekte. Dennoch sind Kooperationen häufig der einzige Ausweg aus der Teufelsspirale “weniger Gäste -> weniger Cashflow -> weniger Investitionen -> weniger Gäste …”.
Im Zweifelsfall mach es durchaus Sinn eine Kooperation in Bereichen mit einem relativ geringen Konfliktpotential zu starten und dann nach und nach auf weitere Bereiche auszudehnen. Schlussendlich ist die “persönliche Komponente” der häufigste Grund für das Scheitern einer Kooperation und deshalb ist eine Zeit des gegenseitigen Kennenlernens sicherlich nützlich. Ausserdem sollte ein genaues Regelwerk die Eckdaten der Kooperation verbindlich festlegen, um Missinterpretationen oder opportunistisches Verhalten einzelner Kooperationspartner zu vermeiden … “patti chiari, amicizia lunga” ![]()



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