30.11.2009 - 10:54       Geschrieben von Hubert

Welche Marktentwicklung erwartet den Tourismus nach der Krise?


Letzte Woche habe ich anlässlich des “Tag der Innovation der Handelskammer Bozen” verschiedenen interessanten Vorträgen beigewohnt. Dabei sind mir 3 Folien aus dem Vortrag von Andreas Steinle vom Zukunftsinstitut besonders in Erinnerung geblieben. Die erste zeigte, wie sich die Nachfrage in Boom-Märkten clustert: eine Gruppe von Konsumenten zieht in Richtung “Luxus”, die zweite in Richtung “Discount”. Genau dieses Phänomen konnten wir vor der Krise beobachten. Folie 2 zeigte die Entwicklung in Krisenzeiten auf: eine relativ kleine Gruppe verbleibt im Segment “Luxus” und es gibt einen starken Drank von Konsumenten in Richtung “Discount”.

Besonders interessant fand ich dann Folie 3 die beschrieb, was nach der Krise passiert: der Großteil der Konsumenten entdeckt die “neue Mitte” und in diesem Segment konzentriert sich auch der Großteil der Nachfrage. Die neue Mitte steht für Bodenständigkeit, dem Reelen, dem Authentischen und von allem dem Preiswerten, wobei “preiswert” nicht für billig, sondern für “seinen Preis wert” steht.

Was bedeutet dies für unseren Tourismus? Zweifelsohne eine große Chance für jene Hotels, die in den letzten Jahren eine Schere zwischen “exklusiv” und “billig” beobachteten und durch ihre Position “in der Mitte” nicht die verdiente Aufmerksam erhielten. Authentizität und das Streben nach Qualität und Kundenzufriedenheit wird vermehrte Aufmerksamkeit erfahren. “Mogelpackungen” können sich möglicherweise in der Krise behaupten, stellen allerdings nach der Krise kein nachhaltiges Geschäftsmodell dar.





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  1. Karin  01.12.2009 - 9:57

    Ich kann mir vorstellen, dass die neue Mitte 3-Sterne-Hotels sind, die aber 4-Sterne-Service bieten. In Südtirol fällt mir das Hotel Belvedere Schönblick in St. Jenesien ein, das erstklassiges Angebot bietet bei moderaten Preisen.

    Vorher galten 3-Sterne-Mittelklassehotels als praktisch tot, zumindest in Wien.

    Dennoch wird es auch sehr von der (auch geografischen) Nachfrage abhängen. Ich war im Sommer am Wolfgangsee, wo ich eines der letzten Zimmer ergattern konnte. Die Preise waren so hoch wie in St. Jenesien, wo wir dafür Gourmet-HP + Wellness-Areal bekamen und superfreundliches Personal. Am Wolfgangsee wurde uns für das gleiche Geld ein winziges Zimmer, kein Komfort, kein Essen, indifferentes Personal geboten. Aber ja, Lage am See.



  2. Kurt Resch  01.12.2009 - 15:55

    Für den Gast ist die Klassifizierung der Hotels in Sterne ein guter Anhaltspunkt und Urlaubsentscheidend. Leider fehlt hier ein europäischer oder auch weltweiter Standart. Es ist halt ein Unterschied ob ich in Südtirol oder an der Adria ein 3 Sterne Hotel buche. Niemand würde in der Türkei ein 3 Sterne Hotel buchen, warum dann in Südtirol?

    Ich glaube eher nicht dass nach der Krise die mittleren Hotelkategorien profitieren werden.



  3. Hubert  01.12.2009 - 16:29

    Ich würde die Diskussion nicht unbedingt an die Sterneklassifizierung binden. Außerdem scheint mir die Grenze zwischen 3, 3s und 4-Sterne-Hotels ist in Südtirol ohhnehin besonders schwammig zu sein

    Fakt ist, dass jede Krise ein neues Wert- und Qualitätsbewußtsein hervorruft und was gekauft wird muss einfach sein Geld wert sein, unabhängig ob es 30 oder 300€ kostet. …



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