Womit verdienen Skigebiete eigentlich im Sommer ihr Geld? Wie generieren sie Fahrten? Rentiert sich der Aufwand überhaupt Bahnen und Sessellifte offen zu halten?
Wohl kaum, bedenkt man, dass die meisten Skigebiete in unseren (Pusterer) Breitengraden mit Nordic Walking auf Forstwegen und Bergwanderungen zwischen Seilbahnmasten locken.
Wäre man in Österreich, müsste man letzte Frage eindeutig mit Ja beantworten.
Dort nämlich hat man den lauen Sommertourismus aufgepeppt und Bikeparks für die Trendsportarten Downhill, Freeride und Dirtjump gebaut. Damit holt man in den Sommermonaten Biker aus ganz Europa und aus Übersee in ihre Parks und ihre Gondeln, generiert Fahrten und erhöht durch international anerkannte Events Bekanntheitsgrad und Medienpräsenz enorm.
Das beste Beispiel dafür ist Schladming in der Steiermark. Schladming und die Planai kennt man eigentlich vom Skiweltcup-Zirkus. Beim Nachtslalom freut sich die steirische Kleinstadt jedes Jahr auf mehr als 60.000 Zuseher, für den Wintertourismus von immenser Bedeutung. Im Sommer ist es wenig interessant die Planai zu erwandern, umso spannender aber ist es sie von den weltbesten Downhill-Fahrern der Welt abfahren zu lassen. Wie beim diesjährigen UCI Weltcup-Finale im Downhill am 13. September. Mehr als 2.000 Zuschauer waren vor Ort, über 100 Top-AthletInnen nahmen teil, das Rennen wurde live auf Eurosport2 übertragen und ist auf freecaster.tv immer noch Dauerbrenner bei den “most wanted” Videos.
Auch Leogang mit Saalbach-Hinterglemm war offen genug um in einen Bikepark zu investieren. Heute ist er der größte Kona-Bikepark Europas und veranstaltet drei bis vier internationale Events je Sommersaison. Der Bikepark arbeitet heute rentabel, finanziert sich praktisch selbst und beschert den Bergbahnen Fahrten, die es ohne Bikepark nie geben würde.
Auch italienische Skigebiete hinken nicht hinterher: Livigno, Val di Sole, Val di Fassa und Cortina d’Ampezzo haben längst Bikeparks gebaut, um der ständig wachsenden Nachfrage gerecht zu werden.
Verpasst Südtirol den Zug? Bin gespannt wer sich als erstes Gebiet traut, in einen Bikepark zu investieren und sich als Bikedestination und somit auch als ausgesprochene Sommerdestination international zu etablieren.



Kommentare: [24]