25.10.2007 - 9:33       Geschrieben von Berghotel-Zirm

Redaktionelle Recherche leicht gemacht


Redaktionelle Beiträge! Jedes Hotel in Südtirol strebt nach ihnen. Welche Werbung ist besser als in einem Magazin oder Buch empfohlen zu werden.

Wir vom Berghotel Zirm wurden vor einiger Zeit in einem Buch als Familienhotel in Südtirol empfohlen. Es wurde uns keine Mitteilung seitens des Verlages übermittelt, daß wir in diesem Buch aufgenommen wurden. Rein zufällig fand ich diese Seite im Internet. Wir haben das Buch dann auch bestellt und mußten feststellen, daß hier die Recherche seitens des Verlages wohl etwas zu kurz kam.

Der Einleitungstext der Präsentation ist haargenau derselbe wie in unserem Prospekt. Weiters wird von teils unkarismatischen und rustikalen Zimmern gesprochen, sowie “bei einigen Zimmern ist auch ein kleiner Balkon dabei.”

Also die Zimmer sind alle neu, hell eingerichtet und besitzen einen mindestens 4 x 2 Meter breiten Balkon. Weiters wird von einem Fitnessraum gesprochen, welchen wir aber gar nicht haben. Wir haben im Jahr 2000 das Haus total rennoviert und vergrößert, kurz gesagt auf den Stand der Zeit gebracht. Wir hatten vorher auch einen Fitnessraum… Beschrieben wird noch eine Rodelbahn am Haus. Wenn eine schneebedeckte Landesstraße eine Rodelbahn ist, dann haben wir nun auch eine Rodelbahn (ich wüsste nichts von Rodelbahnen).

Sonst wird unser Haus eigentlich sehr gelobt. Wahrscheinlich war nie jemand von der Jury im Haus, und hat sich nur auf externe Informationen verlassen, bzw. irgendwo ältere Hotelbwertungen gekauft. Wie wir ins Buch gekommen sind wissen wir nicht. Vielleicht wurde die Venere Datenbank eingebunden…

Wir haben darauf hin beim Verlag angerufen. Eine Dame fand das ganz toll dass jemand sich meldet, sie bräuchte bitte eine schriftliche Beschwerde und würde es dem Autor weitergeben. Da unser Hotel insgesamt gut weggekommen ist (bis auf die zwei genannten Punkte), haben wir diesen Schritt nicht mehr gemacht. Der Aufwand wurde uns zu bürokratisch.

Es ist aber schon ein starkes Stück aufgrund solcher Informationen ein redaktionelles Empfehlungsbuch zu schreiben. Das geht dann eigentlich schon in Richtung abzocke. Unseriös hinzu noch dem Betrieb nicht einmal mitzuteilen, daß es das Buch überhaupt gibt. Schwarze Schafe gibt es überall!

Ich veröffentliche demnächst ein Buch mit der Auswertung vom Holidaycheck… Wäre auch eine Möglichkeit.





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  1. Herbert  25.10.2007 - 14:19

    Ein Grossteil dieser “Hotelführer” sind schlicht und einfach überflüssig. Ich beobachte das Spielchen schon seit einigen Jahren: die meisten Redakteure schreiben einfach voneinander ab und formulieren den Text dann etwas um. Dabei kommt es zu den kleinen Flüchtigkeitsfehlern ;-) Die werden aber nicht weiter auffallen, da die Reichweite dieser Empfehlungen ziemlich beschränkt ist: als Beispiel mag ein Hotelführer herhalten, in dem ich seit 7 Jahren (!) gelistet bin und über den bisher noch NIEMALS ein Gast gekommen ist (ja, ich frage meine neuen Gäste, wem wir den Besuch zu verdanken haben).

    Der Eintrag in solchen Führern mag zwar kostenlos sein; ist aber trotzdem reine Zeit- und Papierverschwendung.

    Die “guten” Hotelführer (die gibt’s natürlich auch und ein Eintrag dort ist SEHR wirksam) schauen sich die Betriebe übrigens vorher genau an.



  2. derFrankie  25.10.2007 - 15:13

    Ich schließe mich Herbert an. Möchte aber auch sagen, dass “gute” Führer durchaus darauf aufmerksam machen, dass man gelistet wird - mit einer Spende sozusagen. Ja, das passiert auch bei seriösen Anbietern. Es ist also durchaus schwierig zu Erkennen wie die Empfehlungen entstanden sind.

    Bei anderen Destinationen (Südamerika, Asien usw), wo so beliebte Reiseführer wie Lonely Planet ganz oben auf der Hitliste stehen, geht die Recherche auch nicht gerade in die Tiefe.

    Ich erinnere mich, dass früher auf so manchen Kochbuch drauf stand: “Alle Rezepte 2x auf Richtigkeit getestet” um darauf hinzuweisen daß man den Inhalt auch geprüft hat. Vielleicht bräuchte es sowas auch für Reiseführer.



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