27.09.2007 - 9:33       Geschrieben von Wolfgang

Qualitätstourismus in Südtirol?


In einem Artikel von DerFrankie spiegelten sich neulich die berechtigten Zweifel vieler Südtiroler wieder, der Tourismus in Südtirol ziele vielleicht z. T. auf die falschen Gästegruppen ab – zumindest wenn wir in die viel progagierte Richtung des Qualitästourismus wollen. Im genannten Artikel ging es darum, dass die Meraner Musikwochen – ein musikalisches Highlight auf internationaler Ebene und von hohem Werbewert bis weit über die Grenzen hinaus- von privaten Unternehmen gesponsert wurden, wärend das Land stattdessen wieder mal “in die Bresche springen würde” um den Grand Prix der Volksmusik im Jahr 2009 zu ermöglichen.
Sicherlich könnte man über ein Kulturhighlight wie den Meraner Musikwochen genau jene Clientel in jenen Ländern ansprechen, welche laut SMG zu den neuen Märkten zählen, aber verfolgt man mit der Ansprache der Gäste aus Deutschland Österreich und Schweiz nicht auch Qualitätstourismus? Ein Beispiel zeigt, dass man hier offensichtlich mit unterschiedlichen Maßen misst…In Olang wird diskutiert ob man nicht wiedermal eine neue Skipiste einrichten sollte. Man muss größer werden, die Konkurrenz schläft nicht, man muss hinterherziehen, …) Hier wird von “Masse” gesprochen, nicht von Qualität! (was nicht bedeuten soll, dass zweiteres nicht zu weiten Teilen gegeben ist!) Und das ist nicht nur in Olang so! Nur will es niemand wirklich aussprechen. Die Gäste beklagen sich teilwiese bereits vor allem im Winter, dass die Natur immer “kaputter” wird, dass zu viele Leute in den Skibussen und auf den Pisten seien. “Massenabfertigung”, so hört man die stille, anonyme Kritik es aus der Warteschlange vor dem Skilift. Ja manche unserer deutschen Gäste kommen mittlerweile schon nicht mehr in die Gegend des Kronplatzes da es bereits “Kroatenwochen” gibt, in welchen man sogar als einheimischer Angst haben muss in eine örtliche Bar zu gehen, weil sogar die Carabinieri Angst haben, bei den Schlägereien und Trinkgelagen der neuen Gäste aus dem Osten zu schlichten.

Ist das der Qualitätstourismus den wir anstreben? Offensichtlich messen hier alle mit einem etwas anderen Maß! Während man sich in der Gegend von Meran sorgen um die Grand Prix der Volksmusik – Clientel macht, so wünscht man sich in anderen Orten eben diese Gäste zurück…
Vielleicht fehlen auch handfeste Konzepte für die konsequente Entwicklung eines qualitativ hochwertigen Tourismus. Tatsachen ist, dass viele Hotels in Südtirol vorwiegend an das schnelle Geld denken, und nicht an den Aufbau langfristig rentablen Qualitätstourimus. Ganz nach dem Motto – (und jetzt das erschreckende Zitat eines Gastwirtes): “So lange diese Gäste zahlen, dürfen die machen was sie wollen!”





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  1. SMG  27.09.2007 - 11:07

    Was ist Qualitätstourismus?
    Wenn man mit den hälften der Gäste, die selben Umsatzzahlen machen.
    …bitte um Definition.

    …auch am Kronplatz kann man vom hochgelobten Long Tail sprechen oder…

    Kleinvieh macht auch Mist



  2. endalive  27.09.2007 - 11:20

    Qualitätstourismus bedeutet ein touristisches Erlebnis von hoher Qualität für den Gast: Qualität “…umfasst all diejenigen Merkmale, die in der Lage sind Kundenbedürfnisse zu befriedigen, Zufriedenheit zu stiften und Begeisterung herzustellen (quality of the service opportunity)” Zitat einer Präsentation von Univ. Prof. Dr. Harald Pechlaner. Die im Artikel genannten Beispiele dürften wohl kaum mit den Inhalten dieser Definition Hand in Hand gehen.
    Long Tail? Inwiefern? Wo kommt das hier mit ins Spiel?



  3. derFrankie  27.09.2007 - 11:21

    Wer mit dem berühmten “Kleinvieh” versucht Geld zu verdienen muss an jeder Ecke sparen um die nötige Marge zu er-halten. Wer mit großer Masse arbeitet hat in der Regel wenig Potential sich zu differenzieren und kann nur mehr über den Preis argumentieren. Dass die Qualität darunter leidet ist vorhersehbar.

    Ich erinnere gern daran, dass Ökonomen immer mehr vom “Wegfallen der Mitte” sprechen. Sprich entweder Aldi oder Armani. Dies gilt nicht nur für die Kunden sondern auch für die Anbieter. Und ich wünschte mir, dass Südtirol versucht ein Armani zu werden und nicht ein Aldi.



  4. SMG  27.09.2007 - 11:25

    Long Tail in diesem Sinn:
    Man versucht die genannten Umsatzziele zu erreichen. Die Spitze der Longtail-Kurve sorgt nur für einen geringen Teil des Umsatzes, und erreicht die Ziele bei weitem nicht.
    Deshalb brauch es auch unglaublich viele “Billigtouristen” die am Ganzen beitragen um die Umsatzziele zu erreichen



  5. endalive  27.09.2007 - 11:39

    Ich wünsche mir dasselbe wie derFrankie!
    @ SMG: Die “Billigtouristen” (wenn man bei einem Skiurlaub überhaup von so was sprechen kann, denn das kostet :) sind nicht Long Tail, die “Billigtouristen” sind bei uns ein sehr großer Teil des Umsatzes, und damit alles andere als “long tail” – zuminedest noch… Long Tail ist das “Kleinvieh” und leider bleiben die Gäste, die wirklich bereit sind für gute Qualität auch mehr zu bezahlen, teilweise von Südtirol fern, da der Ruf der Destination Südtirol im Winter nicht den Vorstellungen dieser Gäste enspricht! Was ja teilweise nicht sonderlich verwundet…



  6. Evelin  27.09.2007 - 11:51

    Qualtätstourismus- ist doch genau das was jeder Betrieb oder jede Ortschaft anstrebt, die nicht nur bis übermorgen überleben möchte, denn mit Preiskampf geht es nicht!
    Leider ist es so, dass unsere Marketinggesellschaft in Südtirol nun entscheidet was Qualität ist. Somit wird die Möglichkeiten der Organisation von attraktiven und qualitativ hochwertigen Veranstaltung, die jedoch einer Unterstützung bedürfen, stark beschnitten. Darunter leiden wir auch in Olang, obwohl wir für unser kleines Nest doch einiges zu bieten haben, wenn man hier z.B. an das Weinleben im Park denkt mit der einzigen Live-Krapfenküche in Südtirol, werden nur noch Mega-Events wie Biathlon Antholz forciert.
    Und im gleichen Moment wird einer Ortschaft dann aber Massenabfertigung vorgeworfen, da müssen wir die Sache wohl nochmal an den Wurzeln packen und uns die gesamte Situation vor Augen führen.
    Wie wir ja alle wissen gibt es in Olang ein Bettenstop und trotzdem hat der ein oder andere Hotelier Baupläne und die können ja dann nur qualitativ sein zur Förderung eines höheren Service.
    Dann sprechen wir täglich von Massenabfertigung am Kronplatz und hören uns dazu nützliche Tipps von Nicht-Touristikern an, wir sollten doch mal nach Österreich oder in die Schweiz fahren. Ich lach mich tot, ich glaube diese Leute ware vor 50 Jahren das letzte Mal dort, wenn wir uns dort abschauen sollten, wie man den Tourismus sanfter angehen könnte.
    Massenabfertigung sieht einfach anders aus, als das was wir in unserer Region bieten. Die Pisten jeden morgen wie ein Teppich präpariert, die Skipässe bequem im Hotel lösbar und auf der Olanger Seite ein zweiter Lift hingestellt, der sich zwar nicht rentiert, aber den Gast ganz bestimmt keine Wartezeit beschert.
    Aber um das Ganze abzuschließen, wir wollen also innovative Konzepte für hochwertigen Tourismus, dann muß man aber auch eine Entwicklung zulassen, sonst werden wir woll nicht weit kommen.



  7. endalive  27.09.2007 - 15:24

    Fragen Sie einen Gast der am Morgen in den total überfüllten Skibuss steigt, der dann knapp 30 Min. an der Liftstation steht nur um dann 2 Pisten fahren zu können bevor die Touristenwalze ihn zwingt in einer Skihütte den restlichen Tag zu verbringen. Fragen Sie diesen Gast was er von “Massenabfertigung” hält. Auch wurde nie behauptet dass Olang keine Qualtät bietet: “…Hier wird von “Masse” gesprochen, nicht von Qualität! (was nicht bedeuten soll, dass zweiteres nicht zu weiten Teilen gegeben ist!) (Zitat aus dem Artikel. Das Hauptargument ist jenes, dass offensichtlich jeder Qualitätstourismus anders definiert, und das wurde mit dem Kommentar von Evelin sehr deutlich! ….und das ist nicht böse gemeint!



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