Skifahren im Winter, Wandern, Golf und Mountain Biken im Sommer. Das kann man im Aktivurlaub in Südtirol tun. Schließlich gibt es hier Berge genug, schwierige und leichte, hohe und niedrigere. Wie man Südtirols Outdoor-Angebot etwas aufpeppen und vor allem jüngere Gästeschichten ansprechen könnte, zeigt das Beispiel der Nissan Outdoor Games im Schweizerischen Interlaken.
Die jüngsten Versuche das sportliche Freizeitprogramm im Südtiroler Sommer zu verjüngen, endeten in Nordic Walking, Golf und Radfahren mit der Vinschgerbahn. Schön und gut. Vor allem Familien, ältere Gäste sowie Schongang Radler und Wanderer fühlen sich in diesem Angebot bestärkt und erkunden unser Land mit Stock und Trekkingbike.
Dass Südtirol aber mehr zu bieten hätte, zeigt keine neue Trendstudie sondern die Realität: da springen von den Drei Zinnen wagemutige Basejumper in die Tiefe, in Kohlern, am Ritten und in Meransen donnern wendige Downhillbiker über scheinbar unradsame Wege und abenteuerlustige Kayak-Jünger suchen in der Ahrn und im Psairer Bach neue Wege durch die Stromschnellen. Lauter, schneller, höher. So schaut’s abseits der klassischen Angebotspalette aus.
Nissan Outdoor Games Interlaken
Das Schweizerische Interlaken wirbt offiziell mit denselben Klischees wie Südtirol. Es ist die Rede von „atemberaubenden Aussichten“, von „imposanten Kulissen“, „neuen Perspektiven“ und „Ferienträumen“. Und doch unterscheidet sich Interlaken seit Ende Juni 2005 stark von Südtirol. Seit drei Jahren werden dort die Nissan Outdoor Games ausgetragen. Die Disziplinen lesen sich wie Verletzungsgründe: Mountain biking, Base jumping, Paragliding, Klettern und Kajaking. Neben den Wettkämpfen hatten die Athleten die Aufgabe eigene Videos zu produzieren, die im perfekten Kontrast zur idyllischen Landschaft Interlakens stehen. Das beste Extremsportvideo wurde prämiert ebenso wie der beste Sportler je Disziplin.
Und die Videos sind in der weltweiten Extremsport-Community im Netz und außerhalb mehr als gut verbreitet: auf Eurosport wurde den Nissan Outdoor Games eine ganze YOZ-Sendung gewidmet, die Sponsoren werben weltweit mit den Videos, französische, deutsche und italienische Online- und Printmagazine berichteten in Echtzeit über das Extremsportevent und – was besonders erwähnenswert ist – veröffentlichten die Videos der Sportler. Eine ungewöhnliche und schlagkräftige Werbung für die Region, oder?
Warum nicht auch in Südtirol?
Was Interlaken für die Schweiz und Chamonix für Frankreich könnte Südtirol für Italien sein: ein Ort, wo sich nicht nur „herkömmliche“ Urlaubssportler wohlfühlen, sondern wo auch Extremsportler ihre Grenzen ausloten können. Die Bedingungen sind perfekt. Leider wissen nur die allerwenigsten davon.


