Letzten Freitag habe ich an einer überaus interessanten Tagung in der Europäischen Akademie Bozen / eurac teilgenommen. Ca 45 Tourismusmanager aus Südtirol, der Schweiz und Österreich sind der Einladung seitens des Institutes für Regionalentwicklung und Standortmanagement gefolgt.
Zur Diskussion stand einerseits die neue Rolle der Tourismusmanager angesichts komplexer werdenden Märkte und Produkte und zum anderen der „Wandel“ vom „Destination Management“ zur „Destination Governance“. In der aktuellen akademischen Diskussion scheint das Konzept der „Destination Governance“ das konsolidierte Buzz-Wort „Destination Management“ abzulösen. Zweiteres hatte wesentlich die Diskussionen der letzten beiden Jahrzehnte geprägt. Sehr allgemein gesprochen beschäftigte sich das Destination Management „mit der Schaffung von wettbewerbsfähigen Produkt-/Marktkombinationen durch die kooperative Etablierung von Produktentwicklungs- und Marktbearbeitungsplattformen“ (Def. Pechlaner /Weiermair in „Management von Kulturtourismus“, 2001).
Aber was ist nun neu an der „Destination Governance“?
Die steigende Komplexität der Produkte & Märkte erlaubt keine Gestaltung der Produktebene „aus einer Hand“, wie es im „Destination Management“ noch möglich schien. Also scheint ein Übergang vom „Denken in einzelnen Strukturen / Organisationen“ zum „Denken in Netzwerken unter Miteinbeziehung aller Stakeholder“ unumgänglich. Dies stellt die Tourismusmanager im Wesentlichen vor 4 neue Erfordernisse:
- Die Steuerung eines selbstregulierenden Destinationsnetzwerkes, das sozusagen in Eigenregie Produkte kreiert und Aktivitäten auf einzelnen Märkten eigenständig setzt
- Die transparente Kontrolle dieses Netzwerkes und die effiziente Kommunikation der eigenen Tätigkeit bzw. jener des Netzwerkes nach Außen (zu den Stakeholdern)
- Das Setzen und Überwachen von Qualitätsstandards an die sich die Akteure der Produktentwicklung halten müssen
- Den Umgang mit der Thematik „Resort Entwicklung“, sprich dem kooperativen Zusammenschluss von führenden Hotelbetrieben in einer Destination welche ihre Budgets bündeln und mehr oder weniger unabhängig von der DMO (Destinations Management Organisation) ihr Produkt vermarkten.
Aufgrund der Erkenntnisse dieser Tagung würde ich nicht sagen, dass Tourismusmanager ihre Destinations-Management-Büchern jetzt in den Keller verbannen müssen. Vielmehr müssen sie Ihre Bibliothek um Bücher aus 2 neuen Themen erweitern: einerseits das Thema „Corporate Governance“ (-> welche Führungs- und Kontrollysteme verwenden Konzerne) und andererseite das Thema “Führung eines Netzwerk-Unternehmens” (-> wie bewältigen /steuern Konzerne die neuen Herausforderungen der Network-Economy).




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