20.08.2009 - 10:07       Geschrieben von Michi

Badeurlaub in Schenna


Südtirol verkauft sich gerne und erfolgreich als kleines Alpenland, das italienischen Charme und Tiroler Tradition verbindet. In Medientexten liest man vom Aperitif in den altehrwürdigen Lauben, vom mediterranen Klima am Kalterer See, von herzhafter Küche verfeinert durch italienische Leichtigkeit. Schön!

Leider trifft diese interkulturelle Zweisamkeit nicht überall zu. Deshalb lob ich mir Menschen, die sich diesem deutsch-italienischen Credo nicht einfach unterordnen, sondern was daraus machen. Schenna zum Beispiel.

Vor ein paar Monaten ging eine Medienmitteilung raus, die mich positiv überraschte: Schenna, das Bergdorf mit 5 km Küste. Eine geniale Idee! Schließlich gibt es in Schenna eine Menge an Schwimmbädern wie sonst nirgends in Südtirol und Wetterverhältnisse, dass man neidisch werden könnte.

Dass man diese Pluspunkte einfach addiert und als Bergdorf mit 5 km Küste kommuniziert, ist bemerkenswert. Es gibt nicht viele Tourismusvereine und Agenturen, die es verstehen, das Offensichtliche zu erkennen und entsprechend mitzuteilen.

Schenna ist durch diesen Medientext zu einem interessanten Kuriosum geworden, das Journalisten und Redakteure auf den Plan gerufen hat über das Dorf und seine Küste zu schreiben. Weil es durch diese eine Idee zu etwas Besonderem und Einzigartigem geworden ist. Jeder Tourismusverein sollte sich auf die Suche nach dem Besonderen seines betreuten Gebiets machen und unbedingt Profis zum Texten engagieren. Gute Texte, die klar und deutlich eine Botschaft kommunizieren, sind das Um und Auf jedes Marketings!





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  1. Hubert  20.08.2009 - 17:20

    bravo der TV Schenna … gute Idee :)



  2. wolfgang  20.08.2009 - 18:58

    Auch von meiner Seite ein Kompliment an Schenna!
    Aber aufgepasst: Schenna ist ein Tourismusverein mit einem beachtlichen Budget. Auf keinen Fall soll sich jetzt jeder Tourismusverein auf machen zu solchen Aktionen und mit den i.d.R. kleinen Bugets anfangen Marketing im großen Stil zu betrieben! Das ist rausgeschmissenes Geld!
    Vergessen wir nicht dass die TV erst schauen müssen, dass dem Gast was geboten wird (Infrastrukturen, Events, etc). Das ist seine Hauptaufgabe. Wenn dann abzüglich der Strukturkosten noch mächtig was übrig ist (wie bei Schenna der Fall) kann man über größere Marketingaktionen sprechen… (sofern es auch nicht sogar dann noch interessanter ist diese Budgets wiederum mit denen Anderer bündeln!)



  3. Hubert  21.08.2009 - 10:44

    @wolfi: wo sind die da die hohen Kosten? Genau das ist das Coole an der Idee: eine kreative Idee die Neugierde erweckt und raus damit (da gibt es auch kostenlose Kanäle) in der Hoffnung, dass die Idee Neugierde erweckt und von den Medien aufgegriffen wird.

    Was die Werbebudgets der TVs, TVBs und der SMG betrifft: ich glaube sehrwohl dass auch ein Tourismusverein Werbung betreiben kann und soll. Rein aus Destinationsmanagementsicht haben wir mehrere Ebenen auf denen unterschiedliche Marken beworben werden sollen. In Nahmärkten hat eine Schenna-Werbung durchaus seine Berechtigung. Bei Ferndestinationen bzw neuen Märkten hast du Recht …. da hätte eine Schennawerbung keinen Sinn und da soll die Marke Südtirol oder sogar Dolomites beworben werden.



  4. Hanspeda  21.08.2009 - 15:10

    coole Ideen brauchen oft wenig Geld

    hier ein Beispiel
    http://twitpic.com/e8yl4

    thanx to Martin Schobert



  5. Peter Righi  21.08.2009 - 15:39

    Ich glaube, dass man nicht generell alle Tourismusorganisationen über einen Kamm scheren soll.
    Die Kommunikation von Schenna ist gut und der Ort bietet mehr 4-Sterne-Häuser als das Einzugsgebiet von “Südtirols Süden”.
    Wesentlich ist, dass der Tourismusort mit seinem Tourismusverband (in diesem Fall “Meran Marketing”) kommuniziert und der Vertrieb der Werbebotschaft koordiniert wird. Falls dies der Fall ist, wird der Kommunikationsdruck erhöht und steigert die Glaubwürdigkeit der Nachricht. Wie ich die Tourismusprofis in Schenna und Meraner Land kenne, bin ich überzeugt, dass dieser Kommunikationsfluss auch abgestimmt ist.
    Die Aussage ist jedenfalls für die Presse ein gutes Thema und steht sicher nicht im Kontrast mit der Stimmigkeit des Gebietes. Gute Sache jedenfalls!



  6. Wolfgang  22.08.2009 - 14:18

    …alles richtig! Solange nicht Gelder für Struktur ins Marketing überfließen passt



  7. Flo  25.08.2009 - 15:39

    Das hört sich wirklich gut und originell an, ich wünschte bei uns im Ahrntal würde man auch soweit denken. Nur das Skigebiet Klausberg hat wirklich interessante Werbetexte, von der Ferienregion Ahrntal selbst ist bis auf den Hotelführer jedes Jahr kaum etwas wahrzunehmen.

    Man kann es nicht anders sagen, “5 km Küste” ist einfach genial!



  8. michi  25.08.2009 - 16:10

    @flo: Schade, ja. Und andererseits wieder gut, denn solang die Vorzüge des Ahrntals nicht besser verkauft werden, kann man im Hochsommer immer noch allein auf den Bergen unterwegs sein. Das ist Euer großer Plus-Punkt, dass man seine Ruhe hat, sobald man über 2.500 m ist. Verratet ihn nicht! ;)



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