Zugegebenermaßen ist der Titel etwas polarisierend, birgt aber auch ein gutes Stück Wahrheit in sich. Auch in der akademischen Diskussion liest man häufig vom Resortmanagement (Zusammenschluss von ähnlichen Hotels, meist rund um ein Thema) als Gegenpol zum Destinationsmanagement (Vermarktung einer gesamten Region/eines Ortes mit sämtlichen Betrieben, egal ob klein oder groß). Wen’s interessiert, der kann diesbezüglich auch meinen Post “Bringt Destination Governance das Ende des Destination Managements” lesen.
Fakt ist, dass beide “Vermarktungskanäle” das beschränkte Marketingbudget der Hotels anzapfen. Fakt ist auch, dass es eine immer größer werdende Anzahl an Angebotsgruppen oder Hotelkooperationen gibt und dass sich immer mehr Tourismusvereine beschweren, dass sie Mitglieder verlieren. Vor allem wenn die austretenden Betriebe große Hotels sind, macht sich das beim Budget des Tourismusvereins stark bemerkbar. In diesem Zusammenhang könnte man auch in Frage stellen, ob das derzeitige Finanzierungssystem der Tourismusvereine angebracht sei, da der lokale Tourismusverein zu stark vom Wohlwollen seiner Mitglieder abhängt, aber in diese Diskussion möchte ich mich gar nicht weiter einbringen.
Zurück zur ursprünglichen Fragestellung. Thematische Angebotsgruppen für Hotels in Südtirol gibt es viele: Belvita, Wanderhotels, Mountainbiker, Vitalpina, Familienhotels, unsere Selected Hotels (www.selectedhotels.it) usw. Nicht selten nehmen Betriebe an mehreren Gruppen teil, wodurch gleich mehrere Zehntausend-Euro gebunden werden. Zusätzlich binden online Vermarktungsportale wie suedtirol.com, suedtirolerland, sudtirol.com u.a. zusätzliche Ressourcen. Beide Kanäle bringen konkrete und messbare Erfolgszahlen, die mit Internetstatistiken transparent dokumentiert werden können. Hinzu kommen Entscheidungen auf Ortsebene, die nicht immer geteilt werden, wie letzthin der Bau des Langlaufstadions in Toblach, und schon entscheidet sich ein Betrieb den Beitrag an den Tourismusverein nicht mehr zu zahlen. Nicht selten sind die Leidtragenden dann die Gäste, auf deren Rücken dann die lokalen Stellungskämpfe ausgetragen werden. So müssen in Toblach beispielsweise Gäste die in Nicht-Mitgliedsbetrieben untergebracht sind, für die Verwendung der Langlaufloipen bezahlen, während die anderen die Loipen kostenlos nutzen. Was irgendwo ja wieder seine Berechtigung hätte, weil die Loipen werden ja mit den Mitteln des Tourismusvereines finanziert. Ausserdem sind die Tourismusvereine auch mit der sehr wichtigen Funktion der örtlichen Gästeinformation und der Angebotserstellung auf Ortsebene betraut. All diese Aufgaben sind zwar keine reinen Verkaufsmaßnahmen, aber durchauch verkaufswirksam.
Es ist abzusehen, dass in Zukunft die beschränkten Geldmittel der Hoteliers mehr denn je in die erfolgreichsten Vermarktungskanäle fließen werden. Sicherlich werden wir auch immer mehr lokale Hotelkooperationen sehen, die Marketingbudgets bündeln und sich – ähnlich wie der Tourismusverein – über den Ort profilieren. Wie sich dies auf die verfügbaren Budgets der Tourismusvereine auswirkt, wird sich zeigen.



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