05.07.2010 - 12:58
Eher zufällig bin ich heute auf eine interessante Studie gestoßen, die 2009 von GfK Travel Scope und dem Deutschen Wellness Verband durchgeführt wurde. BeEsonder interesssant fand ich den Versuch, die deutschen Wellnessurlauber zu segmentieren, da solche Segmentierungen wertvolle Inputs zur touristischen Produktgestaltung liefern. Die Studie hat 4 wesentliche Wellnesstypen identifiziert: den “gestressten Performer” (30% aller Wellnessreisenden), den “proaktiven Gesundheitsbewußten” (25%), die “verantwortungsbewußten Eltern” (23%) und die “autonomen Individualisten“ (22%)
Einige Details der Studie finden Sie hier.
03.03.2010 - 17:55
Crowdsourcing ist ein typisches Web 2.0-Phänomen. Ganz allgemein beschrieben geht es darum, dass ein “Auftraggeber” einen Arbeitsauftrag in ein eigens dafür geschaffenes online Netzwerk stellt, um eine Vielzahl von Ideen und Umsetzungsvorschlägen von zumeist jungen Kreativen zu erhalten. Die beste Idee bekommt den Zuschlag und der Kreative wird für seine Arbeit entlohnt. Die anderen gehen leer aus. Erfolgreiche Beispiele sind Logotournament (Gestaltung von Logos) oder 99designs (Gestaltung von Webseiten).
Heute bin ich auf eine crowdsourcing-Idee von “Neuseeland Tourismus” gestossen. Diese Organisation hat eine Webseite launchiert, wo Video-Producer aufgefordert werden einen kurzen Werbefilm über Neuseeland zu produzieren. Unter den 5 Finalisten wird am 5.3.2010 von einer hochkarätigen Jury der Gewinner bestimmt. Die 5 Finalisten findet ihr hier (http://www.your-big-break.com/entries) … ich drücke für Andrés Borghi die Daumen, weil mir das Konzept gefällt und ich die eigens komponierte Filmmusik einfach genial finde).
19.02.2010 - 11:06
Zugegebenermaßen ist der Titel etwas polarisierend, birgt aber auch ein gutes Stück Wahrheit in sich. Auch in der akademischen Diskussion liest man häufig vom Resortmanagement (Zusammenschluss von ähnlichen Hotels, meist rund um ein Thema) als Gegenpol zum Destinationsmanagement (Vermarktung einer gesamten Region/eines Ortes mit sämtlichen Betrieben, egal ob klein oder groß). Wen’s interessiert, der kann diesbezüglich auch meinen Post “Bringt Destination Governance das Ende des Destination Managements” lesen.
Fakt ist, dass beide “Vermarktungskanäle” das beschränkte Marketingbudget der Hotels anzapfen. Fakt ist auch, dass es eine immer größer werdende Anzahl an Angebotsgruppen oder Hotelkooperationen gibt und dass sich immer mehr Tourismusvereine beschweren, dass sie Mitglieder verlieren. Vor allem wenn die austretenden Betriebe große Hotels sind, macht sich das beim Budget des Tourismusvereins stark bemerkbar. In diesem Zusammenhang könnte man auch in Frage stellen, ob das derzeitige Finanzierungssystem der Tourismusvereine angebracht sei, da der lokale Tourismusverein zu stark vom Wohlwollen seiner Mitglieder abhängt, aber in diese Diskussion möchte ich mich gar nicht weiter einbringen. [...mehr] »
16.02.2010 - 11:53
Was den Start in die aktuelle Wintersaison betrifft, stellte das Landesinstitut für Statistik (ASTAT) Südtirol unlängst ein durchwegs positives Zeugnis aus: Im Vergleich zu den Monaten des Vorjahres wurde im November und Dezember 2009 bei den Ankünften eine Steigerung von 3,1% verzeichnet, bei den Nächtigungen gab es ein Plus von 2,8%.
Imposant auch die gemeldeten Zahlen für das Jahr 2009 insgesamt: Laut ASTAT haben im Vorjahr rund 5,5 Millionen Gäste ihre Ferien in Südtirol verbracht und kamen dabei zusammen auf 28 Millionen Nächtigungen. Verglichen mit 2008 entspricht das einem Zuwachs von 3,0% bei den Ankünften und von 1,3% bei den Nächtigungen.
Urlaub in Südtirol scheint also – trotz Wirtschaftskrise & Co. – nach wie vor gefragt und beliebt zu sein, besonders unter unseren italienischen Gästen sowie bei Besuchern aus der Schweiz und den Benelux-Staaten. Dagegen soll es in diesem Jahr bisher vor allem Deutsche und Österreicher weniger in unser Land gezogen haben. Woran es liegen mag, dass die Nächtigungszahlen gerade in dieser Besuchergruppe rückläufig sind?
Betrachtet man die Gesamtzahlen, schaut es dennoch nicht sehr nach Krise aus. Im Gegensatz etwa zur Nachbarregion Tirol, wo die neuesten Daten zur Tourismusentwicklung eher zu denken geben. Ein Satz in der ASTAT-Pressemeldung lässt trotz allem kurz innehalten, nämlich: „die Daten von Dezember sind als vorläufig zu betrachten“. Und das heißt?
15.01.2010 - 10:26
Mit Interesse habe ich heute morgen einen Artikel in der Tageszeitung Dolomiten gelesen und vernommen, dass 8% der weltweit beliebtesten Hotels in Südtirol angesiedelt sind. Besonders erfreut hat mich der Umstand, dass ich 4 dieser 12 prämierten Hotels zu meinen Kunden zählen darf: das Berghotel Zirm, das Hotel Ritterhof , das Hotel Andreus und das Berhotel Sexten. Vorausgeschickt, dass ich felsenfest überzeugt bin, dass in diesen 4 Betrieben Hotellerie auf höchstem Niveau geboten wird, hat mich die weltweite Verteilung der Auszeichnung doch etwas überrascht. [...mehr] »
03.12.2009 - 12:04
In den vergangenen Jahrzehnten erfolgte Produktinnovation fast ausschließlich durch die Erweiterung der Produkte mit neuen Funktionalitäten. So wurden Mobiltelefone mit immer neuen Funktionalitäten ausgestattet und das Leistungsspektrum von Tourismusdienstleistern ständig erweitert. Fast immer bedeutete diese Produkterweiterung eine Preiserhöhung und auch eine komplexere Bedienung des Produktes. Aber es geht auch anders: vor einigen Wochen habe ich mir einen Camcorder der Marke „Flip” (Flip Ultra HD) zugelegt und dafür ca. 200 € bezahlt. In diesem Preissegment bewegen sich die meisten Einsteigermodelle für digitale Videokameras. Das Besondere daran: diese Videokamera kann fast nix und hat schätzungsweise ¼ der Funktionalitäten der Mitbewerber. Sie hat aber worauf es (für mich) ankommt: sehr klein, ästhetisch ansprechend und liefert eine gute Aufnahmequalität. Aber vor allem haben sich die Entwickler Gedanken gemacht, welche Funktionalitäten ich wirklich brauche und dafür war ich ihnen so dankbar, dass ich das Produkt gekauft habe. [...mehr] »
30.11.2009 - 10:54
Letzte Woche habe ich anlässlich des “Tag der Innovation der Handelskammer Bozen” verschiedenen interessanten Vorträgen beigewohnt. Dabei sind mir 3 Folien aus dem Vortrag von Andreas Steinle vom Zukunftsinstitut besonders in Erinnerung geblieben. Die erste zeigte, wie sich die Nachfrage in Boom-Märkten clustert: eine Gruppe von Konsumenten zieht in Richtung “Luxus”, die zweite in Richtung “Discount”. Genau dieses Phänomen konnten wir vor der Krise beobachten. Folie 2 zeigte die Entwicklung in Krisenzeiten auf: eine relativ kleine Gruppe verbleibt im Segment “Luxus” und es gibt einen starken Drank von Konsumenten in Richtung “Discount”.
Besonders interessant fand ich dann Folie 3 die beschrieb, was nach der Krise passiert: der Großteil der Konsumenten entdeckt die “neue Mitte” und in diesem Segment konzentriert sich auch der Großteil der Nachfrage. Die neue Mitte steht für Bodenständigkeit, dem Reelen, dem Authentischen und von allem dem Preiswerten, wobei “preiswert” nicht für billig, sondern für “seinen Preis wert” steht.
Was bedeutet dies für unseren Tourismus? Zweifelsohne eine große Chance für jene Hotels, die in den letzten Jahren eine Schere zwischen “exklusiv” und “billig” beobachteten und durch ihre Position “in der Mitte” nicht die verdiente Aufmerksam erhielten. Authentizität und das Streben nach Qualität und Kundenzufriedenheit wird vermehrte Aufmerksamkeit erfahren. “Mogelpackungen” können sich möglicherweise in der Krise behaupten, stellen allerdings nach der Krise kein nachhaltiges Geschäftsmodell dar.
05.11.2009 - 15:22
Vor einigen Wochen haben wir unsere Selected-Hotels-Kunden hinsichtlich der Auswirkungen der Wirtschaftskrise befragt. 40 dieser exklusive Hotels in Südtirol haben geantwortet. Weiters stellten wir Fragen zur Zufriedenheit mit unseren Leistungen, die Online-Buchbarkeit des Hotels und die Zusammenarbeit mit Reisemittlern.
Allgemein gesprochen hat sich folgendes Szenario abgezeichnet:
- 1/3 der Betrieben spüren die Wirtschaftskrise – dies manifestiert sich vor allem in den intensiveren Preisverhandlungen seitens der Gäste.
- 38% der Befragten haben noch nie mit einem Reisemittler zusammengearbeitet
- 42% der Betriebe sind online, auf der eigenen Homepage buchbar.
Detailliertere Ergebnisse finden Sie hier. Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.
02.11.2009 - 10:31
Die Südtiroler Dolomiten sind fest in italienischer Hand. In einer Astat-Analyse hat man sich der Zweitwohnungen für touristische Zwecke angenommen und hat aus der Untersuchung einige ganz interessante Ergebnisse ziehen können.
[...mehr] »
19.10.2009 - 11:07
Letzten Freitag habe ich an einer überaus interessanten Tagung in der Europäischen Akademie Bozen / eurac teilgenommen. Ca 45 Tourismusmanager aus Südtirol, der Schweiz und Österreich sind der Einladung seitens des Institutes für Regionalentwicklung und Standortmanagement gefolgt.
Zur Diskussion stand einerseits die neue Rolle der Tourismusmanager angesichts komplexer werdenden Märkte und Produkte und zum anderen der „Wandel“ vom „Destination Management“ zur „Destination Governance“. In der aktuellen akademischen Diskussion scheint das Konzept der „Destination Governance“ das konsolidierte Buzz-Wort „Destination Management“ abzulösen. Zweiteres hatte wesentlich die Diskussionen der letzten beiden Jahrzehnte geprägt. Sehr allgemein gesprochen beschäftigte sich das Destination Management „mit der Schaffung von wettbewerbsfähigen Produkt-/Marktkombinationen durch die kooperative Etablierung von Produktentwicklungs- und Marktbearbeitungsplattformen“ (Def. Pechlaner /Weiermair in „Management von Kulturtourismus“, 2001).
Aber was ist nun neu an der „Destination Governance“?
Die steigende Komplexität der Produkte & Märkte erlaubt keine Gestaltung der Produktebene „aus einer Hand“, wie es im „Destination Management“ noch möglich schien. Also scheint ein Übergang vom „Denken in einzelnen Strukturen / Organisationen“ zum „Denken in Netzwerken unter Miteinbeziehung aller Stakeholder“ unumgänglich. Dies stellt die Tourismusmanager im Wesentlichen vor 4 neue Erfordernisse:
- Die Steuerung eines selbstregulierenden Destinationsnetzwerkes, das sozusagen in Eigenregie Produkte kreiert und Aktivitäten auf einzelnen Märkten eigenständig setzt
- Die transparente Kontrolle dieses Netzwerkes und die effiziente Kommunikation der eigenen Tätigkeit bzw. jener des Netzwerkes nach Außen (zu den Stakeholdern)
- Das Setzen und Überwachen von Qualitätsstandards an die sich die Akteure der Produktentwicklung halten müssen
- Den Umgang mit der Thematik „Resort Entwicklung“, sprich dem kooperativen Zusammenschluss von führenden Hotelbetrieben in einer Destination welche ihre Budgets bündeln und mehr oder weniger unabhängig von der DMO (Destinations Management Organisation) ihr Produkt vermarkten.
Aufgrund der Erkenntnisse dieser Tagung würde ich nicht sagen, dass Tourismusmanager ihre Destinations-Management-Büchern jetzt in den Keller verbannen müssen. Vielmehr müssen sie Ihre Bibliothek um Bücher aus 2 neuen Themen erweitern: einerseits das Thema „Corporate Governance“ (-> welche Führungs- und Kontrollysteme verwenden Konzerne) und andererseite das Thema “Führung eines Netzwerk-Unternehmens” (-> wie bewältigen /steuern Konzerne die neuen Herausforderungen der Network-Economy).
Kommentare: [1]