In den vergangenen Jahrzehnten erfolgte Produktinnovation fast ausschließlich durch die Erweiterung der Produkte mit neuen Funktionalitäten. So wurden Mobiltelefone mit immer neuen Funktionalitäten ausgestattet und das Leistungsspektrum von Tourismusdienstleistern ständig erweitert. Fast immer bedeutete diese Produkterweiterung eine Preiserhöhung und auch eine komplexere Bedienung des Produktes. Aber es geht auch anders: vor einigen Wochen habe ich mir einen Camcorder der Marke „Flip” (Flip Ultra HD) zugelegt und dafür ca. 200 € bezahlt. In diesem Preissegment bewegen sich die meisten Einsteigermodelle für digitale Videokameras. Das Besondere daran: diese Videokamera kann fast nix und hat schätzungsweise ¼ der Funktionalitäten der Mitbewerber. Sie hat aber worauf es (für mich) ankommt: sehr klein, ästhetisch ansprechend und liefert eine gute Aufnahmequalität. Aber vor allem haben sich die Entwickler Gedanken gemacht, welche Funktionalitäten ich wirklich brauche und dafür war ich ihnen so dankbar, dass ich das Produkt gekauft habe. [...mehr] »
Produktinnovation: weniger ist manchmal mehr!
Welche Marktentwicklung erwartet den Tourismus nach der Krise?
Letzte Woche habe ich anlässlich des “Tag der Innovation der Handelskammer Bozen” verschiedenen interessanten Vorträgen beigewohnt. Dabei sind mir 3 Folien aus dem Vortrag von Andreas Steinle vom Zukunftsinstitut besonders in Erinnerung geblieben. Die erste zeigte, wie sich die Nachfrage in Boom-Märkten clustert: eine Gruppe von Konsumenten zieht in Richtung “Luxus”, die zweite in Richtung “Discount”. Genau dieses Phänomen konnten wir vor der Krise beobachten. Folie 2 zeigte die Entwicklung in Krisenzeiten auf: eine relativ kleine Gruppe verbleibt im Segment “Luxus” und es gibt einen starken Drank von Konsumenten in Richtung “Discount”.
Besonders interessant fand ich dann Folie 3 die beschrieb, was nach der Krise passiert: der Großteil der Konsumenten entdeckt die “neue Mitte” und in diesem Segment konzentriert sich auch der Großteil der Nachfrage. Die neue Mitte steht für Bodenständigkeit, dem Reelen, dem Authentischen und von allem dem Preiswerten, wobei “preiswert” nicht für billig, sondern für “seinen Preis wert” steht.
Was bedeutet dies für unseren Tourismus? Zweifelsohne eine große Chance für jene Hotels, die in den letzten Jahren eine Schere zwischen “exklusiv” und “billig” beobachteten und durch ihre Position “in der Mitte” nicht die verdiente Aufmerksam erhielten. Authentizität und das Streben nach Qualität und Kundenzufriedenheit wird vermehrte Aufmerksamkeit erfahren. “Mogelpackungen” können sich möglicherweise in der Krise behaupten, stellen allerdings nach der Krise kein nachhaltiges Geschäftsmodell dar.
Kommentare: [3]
Wie macht sich die Wirtschaftskrise bei den Südtiroler Hoteliers bemerkbar?
Vor einigen Wochen haben wir unsere Selected-Hotels-Kunden hinsichtlich der Auswirkungen der Wirtschaftskrise befragt. 40 dieser exklusive Hotels in Südtirol haben geantwortet. Weiters stellten wir Fragen zur Zufriedenheit mit unseren Leistungen, die Online-Buchbarkeit des Hotels und die Zusammenarbeit mit Reisemittlern.
Allgemein gesprochen hat sich folgendes Szenario abgezeichnet:
- 1/3 der Betrieben spüren die Wirtschaftskrise – dies manifestiert sich vor allem in den intensiveren Preisverhandlungen seitens der Gäste.
- 38% der Befragten haben noch nie mit einem Reisemittler zusammengearbeitet
- 42% der Betriebe sind online, auf der eigenen Homepage buchbar.
Detailliertere Ergebnisse finden Sie hier. Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.
Zweitwohnungen in Südtirol
Die Südtiroler Dolomiten sind fest in italienischer Hand. In einer Astat-Analyse hat man sich der Zweitwohnungen für touristische Zwecke angenommen und hat aus der Untersuchung einige ganz interessante Ergebnisse ziehen können.
Kommentare: [1]
Bringt “Destination Governance” das Ende des “Destination Managements”?
Letzten Freitag habe ich an einer überaus interessanten Tagung in der Europäischen Akademie Bozen / eurac teilgenommen. Ca 45 Tourismusmanager aus Südtirol, der Schweiz und Österreich sind der Einladung seitens des Institutes für Regionalentwicklung und Standortmanagement gefolgt.
Zur Diskussion stand einerseits die neue Rolle der Tourismusmanager angesichts komplexer werdenden Märkte und Produkte und zum anderen der „Wandel“ vom „Destination Management“ zur „Destination Governance“. In der aktuellen akademischen Diskussion scheint das Konzept der „Destination Governance“ das konsolidierte Buzz-Wort „Destination Management“ abzulösen. Zweiteres hatte wesentlich die Diskussionen der letzten beiden Jahrzehnte geprägt. Sehr allgemein gesprochen beschäftigte sich das Destination Management „mit der Schaffung von wettbewerbsfähigen Produkt-/Marktkombinationen durch die kooperative Etablierung von Produktentwicklungs- und Marktbearbeitungsplattformen“ (Def. Pechlaner /Weiermair in „Management von Kulturtourismus“, 2001).
Aber was ist nun neu an der „Destination Governance“?
Die steigende Komplexität der Produkte & Märkte erlaubt keine Gestaltung der Produktebene „aus einer Hand“, wie es im „Destination Management“ noch möglich schien. Also scheint ein Übergang vom „Denken in einzelnen Strukturen / Organisationen“ zum „Denken in Netzwerken unter Miteinbeziehung aller Stakeholder“ unumgänglich. Dies stellt die Tourismusmanager im Wesentlichen vor 4 neue Erfordernisse:
- Die Steuerung eines selbstregulierenden Destinationsnetzwerkes, das sozusagen in Eigenregie Produkte kreiert und Aktivitäten auf einzelnen Märkten eigenständig setzt
- Die transparente Kontrolle dieses Netzwerkes und die effiziente Kommunikation der eigenen Tätigkeit bzw. jener des Netzwerkes nach Außen (zu den Stakeholdern)
- Das Setzen und Überwachen von Qualitätsstandards an die sich die Akteure der Produktentwicklung halten müssen
- Den Umgang mit der Thematik „Resort Entwicklung“, sprich dem kooperativen Zusammenschluss von führenden Hotelbetrieben in einer Destination welche ihre Budgets bündeln und mehr oder weniger unabhängig von der DMO (Destinations Management Organisation) ihr Produkt vermarkten.
Aufgrund der Erkenntnisse dieser Tagung würde ich nicht sagen, dass Tourismusmanager ihre Destinations-Management-Büchern jetzt in den Keller verbannen müssen. Vielmehr müssen sie Ihre Bibliothek um Bücher aus 2 neuen Themen erweitern: einerseits das Thema „Corporate Governance“ (-> welche Führungs- und Kontrollysteme verwenden Konzerne) und andererseite das Thema “Führung eines Netzwerk-Unternehmens” (-> wie bewältigen /steuern Konzerne die neuen Herausforderungen der Network-Economy).
Kommentare: [8]
Crowdsourcing im Tourismus
Wir haben hier in diesem Blog eigentlich noch nie über Crowdsourcing gesprochen. Die Wikipedia erklärt Crowdsourcing so: “Eine Schar kostenloser oder gering bezahlter Amateure generiert Inhalte, löst diverse Aufgaben und Probleme…” Mein Kollege der Hannes aus Nordtirol hat dazu auch schon mal einen schönen Post geschrieben.
Und es funktioniert wirklich! Ich habe vor kurzem mit meinem Logo damit gute Erfahrungen gemacht. Für mein Unternehmen, webSuccess – Internet & Marketing, habe ich auf Logotournament einen Contest (Bewerb auf Deutsch
) um 300$ eröffnet. Mit den jetzigen Dollarpreis ist es noch einmal günstiger, es wären heute 205 Euro für ein Logo. Sage und schreibe 211 Vorschläge für mein Logo habe ich erhalten. Ein normaler Grafiker kann hier mit seinen Angeboten bei 1000-1500 Euro nicht mithalten. Der Vorteil der “normalen” Grafikern ist natürlich die persönliche Note. Hier aber das Ergebnis:

Hier ein weiteres Beispiel wie man es im Tourismus nützen kann: Das Wellnesshotel Quellenhof im Passeiertal baut für sein Alpenschlössel eine neue Wellnessanlage. Nun liegen einige Vorschläge zur Namensgebung vor, wobei sich niemand recht entscheiden kann.
Es wird nun auf dem Hotelblog die Möglichkeit zur Abstimmung gegeben. Man lässt den Gast entscheiden bzw. Vorschläge einbringen. Die Aktion selber wird zusätzlich noch mit einem eigenen Newsletter an die Stammgäste, sowie über Soziale Netzwerke (Facebook, Twitter) promotet.
Ich bin sehr gespannt wie die Aktion ankommt!

Kommentare: [4]
Tourismusstatistik Südtirol: Super-August 2009
Das ASTAT (Südtiroler Statistikamt) berichtet von einem Plus von 6,8% im August 2009 im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres … wow. Da können sich die Hotels in Südtirol wirklich freuen. Da soll mir noch jemand von Krise reden …
Ich habe in den letzten Wochen sehr unterschiedliche Meinungen seitens der Hoteliers gehört. Ich würde mal sagen, dass sich ca 50% positiv und 50% negativ über die Nächtigungszahlen im August geäußert haben. Also müssen die Hälfte der Betriebe ja Zuwächse von über 10% zu verzeichnen haben, um die Rückgänge der anderen Hälfte – die von Rückgängen sprechen – wegzumachen. Und das im Monat August, wo ich dachte, dass die Betriebe eigentlich schon knapp an der Totalauslastung arbeiten.
Stolze Leistung, falls sich diese Daten bewahrheiten. In der Presseaussendung vom ASTAT stand: “Die Daten von August sind als vorläufig zu betrachten (Deckungsgrad: 85,1%)“. Ich weiß zwar nicht genau was das bedeutet, aber es klingt ganz danach, als ob sich diese Daten noch ändern können, oder?
Kommentare: [8]
Preis-Alarm: (K)ein Urlaub zum Traumpreis
In der Südtiroler Tageszeitung habe ich heute von unglücklichen Touristen gelesen, die einen Aufenthalt im “Schwarzer Adler” – einem Hotel im Eisacktal (Villanders) – gebucht hatten und dann vor verschlossenen Türen standen. Wie sie später vom Geschäftsführer des Tourismusvereins Klausen erfuhren ist der Betrieb bereits seit 2 Jahren geschlossen. Dabei hatte das Hotel noch auf der eigenen Homepage mit “Last Minute Angeboten 2009″ geworben und anscheinend wurde auch ein Hotelkatalog für die laufende Saison gedruckt.
Des Rätsels Lösung: ein Mann aus Deutschland wollte anscheinend den Betrieb pachten und der Deal schien so gut wie abgeschlossen. Diese Sicherheit veranlasste den “Hotelier in Spee” neue Hotelkataloge zu drucken und Aufenhalte im bald-seinen Hotel zu bewerben. Schlussendlich wurden sich die beiden Parteien doch nicht einig und das Geschäft platzte. Da der Interessent aus Deutschland laut seinen Angaben nicht alle erwarteten Gäste erreichen konnte werden wohl noch öfters verzagte Urlauber vor den verschlossenen Türen des Schwarzen Adlers zu sehen sein.
Nicht weitersagen!
Touristische Internetseiten leben von Tipps: “Die besten Hotels”, “die schönsten Aussichtspunkte” und “nur für Sie ausgewählt”. Der User fühlt sich angesprochen, vertraut auf den Ratschlag der Redakteure und flugs fährt er hin zum als Geheimtipp gehandelten Berg oder Ort. Ist er dort, böses Erwachen: Touristen weit und breit und nichts mehr von wegen unberührter Natur.
Kommentare: [5]
Coopetion im Südtiroler Tourismus: Grundgedanken zu einer Hotelkooperation
„Coopetition“ ist ein Wort, das schon seit Jahrzehnten Einzug in die Industrie genommen hat, im Südtiroler Tourismus allerdings nur sehr vereinzelt Anwendung findet. Das Wort setzt sich aus Co-operation (Kooperation) und Competion (Wettbewerb) zusammen und verdeutlicht, dass es sich hierbei nicht um zwei widersprüchliche Konzepte handelt, sondern dass Unternehmen Wettbewerbsvorteile erzielen können wenn sie auch mit konkurrierenden Unternehmen kooperieren. Übertriebene Wettbewerbsgedanken und verkrapftes Gegeneinander-Arbeiten führen vor allem in Südtirol dazu, dass Wettbewerbschanchen ungenutzt bleiben bzw das Land Südtirol an internationaler Wettbewerbsfähigkeit verliert. Einige Gedanken zu Kooperationen in der Hotellerie findet Ihr in den folgenden Absätzen:



Kommentare: [2]