29.01.2009 - 16:37       Geschrieben von righi

Fahrsicherheit auf Skipisten


Die zunehmende Zahl von Skiunfällen, oft bedingt durch schnellere Skier und Pisten, ist besorgniserregend. Sie wird von Medizinern und Sportlern mit gleicher Skepsis betrachtet.
Da mancher Abfahrer das eigene Können überschätzt, geht der Tourismusverband Eisacktal ganz neue Wege, um mit skiläuferischer Selbsterkenntnis die Unfallzahlen zu senken.
An der Plose, dem Hausberg von Brixen, startet wieder die Aktion „Sicherer Skilauf“. Dabei wird jeder Teilnehmer in drei Abfahrten auf seine Geschwindigkeit, die Bewältigung verschiedener Strecken und Schwierigkeiten und seine Reaktionen auf wechselnde Schneebeschaffenheit überprüft.
Auf einem umzäunten und mit Netzen gesicherten Übungsplatz werden mit Videokameras, Fernsehgeräten und Zeitmessung die Verhaltensweisen am Hang aufgezeichnet und ausgewertet. Die Tests beginnen mit Prüfung der der Bergsituation angepassten Geschwindigkeit und der Einhaltung der „Benimmregeln“ am Berg. Es folgen Fahrten unter wechselnden Lichtverhältnissen, etwa diffuses Licht und tiefstehende Sonne, sowie im Nebel und bei starkem Wind. Im dritten Testlauf geht es von den präparierten Pisten über auf unbearbeitete Abfahrten im natürlichen Gelände. Gute Gelegenheit, die Fahrweise auf verschiedenem Schnee zu prüfen.
Erfahrene Skilehrer aus der Region überwachen die Abfahrten, geben Ratschläge zur Verbesserung des Fahrstils und vor allem der Fahrsicherheit. Wobei manchem Abfahrer wohl überraschend, aber deutlich die Grenzen seines Könnens bewusst werden.

Interessant ist, dass nach dem Skiunfall Thüringens Ministerpräsidenten Altaus die Medien in Deutschland dieses Thema stark aufnehmen.

http://www.spiegel.de/reise/europa/0,1518,603856,00.html

Besteht die Gefahr, dass das Sicherheitsdenken den Wintersport beeinträchtigt?





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  1. Chris  30.01.2009 - 7:50

    Wäre denn mehr Sicherheitsdenken so verkehrt? Das Eisackertaler Projekt scheint mir doch ganz sinnvoll zu sein. Negative Schlagzeilen über Skiunfälle (die in den Medien zumindest für eine Weile noch einen gewissen Anklang finden dürften) sind dem Skitourismus doch ebenfalls abträglich. Ich denke, man sollte in den Wintersportorten schon auf Sicherheit setzen – und der Sicherheitsaspekt eignet sich doch durchaus auch zu Werbezwecken.



  2. michi  30.01.2009 - 7:54

    Die Aktion “Sicheres Skifahren” find ich super! Da wird sicher einigen bewusst, dass sie lieber noch ein paar Stunden Skikurs nehmen sollen, bevor sie die Pisten runter rauschen!

    Andererseits halt ich die ganze Diskussion rund um die Skiunfälle ehrlich gesagt für übertrieben. Bedenkt man wie viele Leute auf den Pisten unterwegs sind, passiert eh relativ wenig.



  3. Hanspeda  30.01.2009 - 8:22

    ja das stimmt Michi. Skifahren ist sogar sehr sicher laut Statistik. Nur bei der X-tausendsten Abfahrt passiert etwas. Sorry kann mich nicht mehr an die Zahl erinnern



  4. Ulrike Reisner  30.01.2009 - 9:50

    Dass der Skiunfall von Ministerpräsident Althaus in Deutschland Wellen schlägt, wird mir auch von mehreren Seiten bestätigt. Grundsätzlich ist es absolut im Sinne der Wintersport- und Schneedestinationen, auf dem Gebiet der Sicherheit neue Wege (wie zB den oben beschriebenen) zu gehen. Wir müssen davon ausgehen, dass unter unseren Gästen auch technisch weniger versierte Wintersportler sind. Und auch mit der körperlichen Fitness sieht es oft nicht so gut aus. Wie auch immer, auch das Skierlebnis will schnell und unkompliziert konsumiert werden. Wenn man den Faktor “Sicherheit” in dieses Gesamterlebnis kreativ mit hineinverpackt – umso besser!



  5. Wolfgang  30.01.2009 - 14:56

    Ich finde die Initiative super! Und grundsätzlich haben die Wintersportler auch absolut nichts gegen mehr Sicherheit. Man denke 1 oder 2 Jahre zurück, als die Helmpflicht beim Skifahren für Kinder und Jugendiche eingeführt wurde. Da gab es zwar einige Kritiker aber im Endeffekt ist man heute ohne Helm schon gar nicht mehr cool :) … der wurde in den letzten Jahren zum echten Trend-Accessoire!

    Enzig zu bedenken hätte ich bei Aktionen wie jener auf der Plose, dass sich selbstverständlich jene Skifahrer dem Test unterziehen werden, welche ohnehin schon recht sicher unterwegs sind und auch Ihr Sportgerät im Griff haben. Also die Hanspeda’s (Cheers Hanpeda!=) die sich einfach mal testen wollen. Die wirkliche Gefahr geht meiner Meinung aber eben von jenen aus, welche einem auf der Piste von oben entgegengerutscht kommen und nur noch schreien “Via! Via! Via!” da SIE gar nicht in der Lage wären selbst noch in irgendeiner Art auszuweichen und dann besser mal einfach losbrüllen ;)



  6. Jossi  16.02.2009 - 12:34

    Meiner eigenen Erfahrung nach sind die Anfänger, die sich überschätzen eines der grössten Sicherheitsrisikos.
    Oft fahren sie in Schlangenlinien und in ganz weiten Bögen über die Piste und sind dann so konzentriert nicht hinzufallen, dass sie gar nicht mitkriegen was um sie rum alles passiert. Außerdem schauen sie meisstens nicht nach hinten bzw. rechts und links bevor sie (mitten auf der Piste) anhalten. Ich denke man müsste allen Anfängern eine Stunde Theorie-Unterricht bezüglich der Sicherheitsrisikos geben und ihnen erklären wie sie sich auf der sehr befahrenen Pisten zu verhalten haben. Oft wird dies im skikurs selbst nicht vermittelt (meiner Erfahrung nach).



  7. Peter  28.02.2009 - 8:09

    die Erfahrung der letzten Wochen hat gezeigt, dass viele Teilnehmer an den Trainings ein neues Bewusstsein zur Sicherheit und zu den Begebenheiten erhalten hat.
    Es ist sogar vorgekommen, dass Trainingsteilnehmer umgehend nach den Tests sich einen Helm gekauft haben. Sie konnten sich nicht vorstellen, welche Geschwindigkeit mit den Skiern gefahren wird.
    Die Sicherheitstrainings sollten ein Bestandteil jedes Fortgeschrittenenkurses sein!



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