Archiv für September, 2010

28.09.2010 - 10:49

Von wegen “Facebook ist nur etwas für Kinder”


Blogger-Kollegin Karin Schmollgruber, die sehr häufig (und kompetent :) ) über Tourismus und Social Media bloggt, hat mich auf eine interessante Seite aufmerksam gemacht: www.checkfacebook.com. Auf dieser Seite können Statistiken zur Nutzung von Facebook weltweit abgerufen werden.

Ein Blick auf Italien gezeigt, dass von den 16,6 Millionen Facebook-Nutzer in Italien knapp 60% (!) über 24 Jahre alt sind. Ca 1/3 der User sind älter als 35 Jahre. Nur ca. jeder 7. italienische Facebook-User ist minderjährig.

22.09.2010 - 10:11

Masscustomisation auf Iphone


Masscustomisation war eines der Buzz-Wörter der Neunzigerjahre. Mit diesem Ansatz versuchten Unternehmen in der Produktion das Beste zweier Welten zusammenzuführen: Einerseits Skaleneffekte durch höhere Produktionszahlen zu erzielen und dabei so flexibel zu sein, dass man dem Kunden eine Personalisierung der Produkte erlaubt. Erst mit der Verbreitung des Internets sind die Unternehmen diesem Ziel etwas näher kommen lassen. Sie kennen wahrscheinlich die PKW-Konfiguratoren die mittlerweile jeder Autohersteller anbietet und die dieses Konzept recht gut verdeutlichen.

Ein Freund hat mich letzte Woche auf die Iphone-Applikation „MUNICH – my way“ aufmerksam gemacht, die ich dann natürlich sofort getestet habe. Mit dieser App können sie ihren eigenen Freizeitschuh designen und dann direkt für ca. 140€ bestellen. Begeistert haben mich vor allem die Einfachheit der App und die Tatsache, dass es wirklich Spaß macht seine eigenen Schuhe zu designen Übrigens: sollte jemand noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk für einen liebgewonnenen Blogger sein – hier zwei Vorschläge (! Größe 46):


Da unser Blog Tourismus.org und nicht Fashion.org heißt, müssen wir jetzt noch die Brücke zum Tourismus schlagen. Ist es möglich die Bedürfnisse, Vorlieben und den Geschmack der Gäste vorab in Erfahrung zu bringen, um ihm/ihr dann einen personalisierten Aufenthalt zu ermöglichen? Sicherlich! Dazu braucht es nur die passenden Ideen und Technologien, bzw. die entsprechenden organisatorischen Prozesse. Und wie das Beispiel „Munich“ zeigt, lassen sich hierfür auch höhere Margen erzielen, da sich der Gast eine personalisierte Erfahrung im Vergleich zu einer standardisierten einfach mehr Kosten lässt.

10.09.2010 - 13:07

Wird Sentres die touristische Onlinevermarktung in Südtirol revolutionieren?


Mit Interesse verfolge ich die Berichte in den lokalen Medien zur neuen Tourenplattform “Sentres.com” die im Oktober online gehen soll. Sentres ist ein Kooperationsprojekt des Tappeiner-Verlages und des Verlagshauses Athesia. Über 2.000 Touren, über 10.000 Bilder …. ein gewaltiges Datenvolumen das sicherlich einen bedeutenden Mehrwert für Outdoor-Freaks darstellt. Finanziert werden soll das Projekt über Service-Anbieter wie Bergführer, Hüttenbetreiber, Hoteliers die sich mit einer Mirkoseite auf dem Portal präsentieren und dafür einen Jahresbeitrag bezahlen.

Ich bin fest überzeugt, dass diese Plattform ein attraktives Werbeumfeld für Bergführer, Hüttenbetreiber oder Sportgeschäfte darstellt, da diese Anbieter einen direkten Bezug zu den angebotenen Touren – haben. Es bleibt zu sehen, ob Sentres auch ein buchungsrelevantes Umfeld für Hoteliers bieten kann: sucht jemand eine Tour und dann ein Hotel in der Umgebung oder entscheidet sich jemand für eine Region/ein Hotel und sucht dann entsprechende Tourenmöglichkeiten in der Umgebung? Erfahrungsgemäß ist Zweiteres das typischere Such- und Buchungsverhalten.

Bedingt durch die Inhalte der Plattform und der Eigenschaften der Domain (relativ jung, abstrakter Name …) wird das Portal SEO-mäßig zunächst wohl eher im Longtail-Bereich Zugriffe generieren können und muss dort versuchen eine kritische Masse an Besuchern zu erreichen. Ich glaube kaum, dass sich die Plattform in kurzer Zeit bei (buchungsrelevanten) Hauptkeywords wie “Südtirol”, “Südtirol Hotels” oder “Urlaub Südtirol” durchsetzen kann …. aber ich lasse mich gerne überraschen. Ein gewisses Besuchervolumen kann sicherlich auch durch die Medien von Tappeiner und Athesia auf die Seite gebracht werden.

Die Frage, ob Sentres die touristische Onlinevermarktung in Südtirol revolutionieren wird oder nicht, kann heute sicherlich nicht beantwortet werden. Sicherlich wird es informationsreiche und grafisch ansprechende Contentplattform. Der kommerzielle Erfolg der Plattform wird sicherlich davon abhängen, inwiefern ein interessantes Werbeumfeld für Hotelbetriebe geschaffen werden kann, was beim starken Konkurrenzkampf in der touristischen Onlinevermarktung sicherlich kein leichtes Unterfangen sein wird.